Wir nennen es Dosenfischen

Ostoroschno! Wojennyi raiyon – Das Ende eines großen Caches

Die Meldung war einem Paukenschlag gleich: Ostoroschno ist archiviert. Unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen haben die ArDos mit einer kurzen Nachricht die bis dato weit über 100 Watcher aufgeschreckt. Station 12, die sagenumwobene, war nicht nur nicht mehr zu reparieren: Sie war in Teilen einfach verschwunden. Einer der Stahltürme, auf deren oberster Plattform sich die eigens installierten bzw. modifizierten Vorrichtungen für eine irre technische und inhaltliche Konstruktion befanden, war verschwunden. Abgetrennt. Schrottdiebe, vermutlich. Denn wer sonst holt sich genau an Weihnachten mit roher Gewalt einen zehn Meter hohen Stahlturm aus der Luft. Allerdings wohl ein lohnendes Geschäft.

Grablicht für den Ostoroschno

Mit dem Fehlen dieser Station war Ostoroschno nicht mehr zu retten, sagt ArDo. Der Wartungsaufwand war ohnehin immens. Fast regelmäßig mußte insbesondere die Station 4, die feinmotorische, wieder in Ordnung gebracht werden. Was sich allerdings gestern abend beim Abbau an dieser Stelle für ein Bild bot, spottet jeder Beschreibung. Ähnlich auch an der 5, an der 9, an der 10…

Heute, am 8. Januar, wäre der Cache ein Jahr alt geworden. Einen Tag vor seinem Geburtstag waren wir gemeinsam mit ArDo das letzte Mal auf dem Gelände unterwegs, um die Stationen, Hinweise und Hilfsmittel von Ostoroschno zu finden. Und einzusammeln. Reflektoren wurden entfernt, Hinweiszettel abmontiert. Was sich gestern abend wegen der klirrenden Kälte nicht entfernen ließ, wird in den nächsten Tagen abgebaut.
Ein bißchen komisch war es schon, dann nach eineinhalb Stunden am Final zu stehen und im Logbuch zu blättern. Die vielen vielen Logs, die vielen weiten Anreisen wegen Ostoroschno, das viele Lob für die ArDos… Ein Grablicht, aufgestellt vermutlich von den letzten Findern, passte gut zur Stimmung am Final.

Doch was hat diesen Cache eigentlich ausgemacht? Was war das besondere?
Ich denke, vor allem die Abwechslung, die niemals gleichen Stationen. Das Prinzip, die technischen Spielereien und Finessen und natürlich die optimale Ausnutzung des interessanten Geländes. Gehen wir mal die einzelnen Stationen durch:

Station 1 – Der Hochsitz

Nach einer Reflektorstrecke vom Parkplatz ging es bis zu einem Hochsitz. Vor einiger Zeit ist dieser allerdings “beerdigt” worden, nur die Reste am Boden lassen noch erahnen, daß hier mal ein Hochsitz stand. Von dem Hochsitz galt es, den Reflektor mit dem ersten Hinweis zu erkennen. Nicht wenige Teams haben hier einen ganz in der Nähe stehenden Gasmast, der natürlich einen Reflektor hat (aus technischen Gründen, habe ich gelernt, weil auch Servicetechniker im Einsatzfall nachts mit Lampe das Teil dann besser finden können). Der Gasmast wurde nicht nur einmal komplett aus seiner Verankerung gehoben. Aber der gesuchte Reflektor war einen Stück weiter entfernt an einem Baum befestigt. Dort befand sich dann auch der erste Hinweis in einem kleinen Röhrchen.

... spielte eigentlich keine Rolle...

... spielte eigentlich keine Rolle...

Station 2 – Der erste Bunker
Schon an der zweiten Station konnte der erste Bunker besichtigt werden. Oder das, was davon noch übrig war. Der Einstieg zum Bunker war eigentlich sehr gut zu finden, die Hinweise befanden sich an der Decke.

... und Zeit für ein erstes Gruppenfoto

... und Zeit für ein erstes Gruppenfoto

Station 3 – Der Wohnbunker
Der erste Bunker war ja einfach nur Spaß. Der zweite hingegen war irritierend. Merkwürdig. Denn er war lange Zeit komplett mit Möbeln ausgestattet. Tisch, Sessel, Radio. Sogar ein Teppich lag auf dem Boden, ein Besen lehnte an der Tür. Allerdings hatte das, entgegen anderer Vermutungen, nicht der Owner so eingerichtet. Vielmehr hatten es sich tatsächlich Nicht-Cacher häuslich eingerichtet, schliefen tagsüber in dem Bunker. Arne hat wohl mehrfach jemanden in diesem Bunker antreffen können. Der Hinweis war an dieser Station ein kleines Magnetplättchen, das sich an einem Gitter im Lüftungsschacht befand. Jedoch war aufgrund der Einrichtung erstmal alles denkbar. Unter anderem das Radio auf dem kleinen Tisch. Schließlich traut man den ArDos ja einiges zu ;)
Der oder die Bewohner des Bunkers fanden wohl gar nicht lustig, daß ihre Wohnung nicht nur einmal verwüstet bzw. arg verschmutzt/zerstört hinterlassen wurde. Eindeutige, an die Tür geschriebene Erklärungen, drohen nicht nur Schläge an…

... man traut den ArDos einfach alles zu

... man traut den ArDos einfach alles zu

Station 4 – Die Feinmotorische
Mich würde mal interessieren, wieviele Leute hier tatsächlich verzweifelt sind. Und wer ganz ohne Hilfe diese Station sehr schnell gelöst hatte. Denn Station 4 hatte es in sich. Schon von weitem war der Reflektor eigentlich sehr gut auszumachen: In einigen Metern Höhe war er an einem Stahlmast. Und wenn man Listing und Hints gelesen hat, wusste man, daß sich der Hinweis am Reflektor befindet. Nur, wie kommt man da ran? Die abgefahrensten Theorien hat auch unsere Truppe damals aufstellen können. Gäbe es für Anzahl und Art der Theorien Punkte – wir wären nicht zu schlagen. So vermuteten wir unter anderem, daß von diesem Stahlmast eventuell ein Band (Angelsehne) zu einem nicht weit entfernten zweiten Mast gespannt wäre. Und schlugen uns daraufhin unnötigerweise mit armdicken Brombeerstacheln herum.
Dabei war, im Nachhinein läßt sich das immer so fein sagen, die Lösung relativ einfach: Am Fuß des Mastes war eine Vorrichtung in einem Stein einbetoniert, die an der Seite eine kleine Kurbel hatte. Und wenn man diese Kurbel ganz vorsichtig betätigte, bewegte sich wie durch Wunder der Reflektor am Stahlmast. Ein paar Umdrehungen, und der Hinweis kam gen Boden geschwebt.
Die Station 4 war ein echter Hingucker, aber auch ein echtes Sorgenkind von ArDo. Regelmäßig rückte hierhin sein Wartungsteam aus, um zu reparieren. Und da reparieren hier bedeutet, mit z.B. Leiter und schwerem Gerät an die nicht mit Auto erreichbare Station zu gelangen, war das richtig Schwerstarbeit.

... eine feine Konstruktion!

... eine feine Konstruktion!

Station 5 – Die Schraube
Quasi neben der Station 4 befand sich eine große Halle, vermutlich eine Fahrzeughalle. Hier galt es eine “spezielle Schraube an einem speziellen Pfeiler” ausfindig zu machen. Bei der Anzahl der möglichen Orte der Schraube brauchte man etwas Zeit, alles zu untersuchen. Wurde man fündig, entdeckte man einen kleinen Schraubenkopf, der abgedreht werden konnte. Das Gegenstück war im Pfeiler einbetoniert. In der Schraube war der Hinweis für die nächste Station.

... zu suchen in einem der Pfeiler (Foto: ovnn)

... zu suchen in einem der Pfeiler (Foto: ovnn)

Station 6 – Die Wagengrube
Weiter ging es über das ehemalige Militärgelände. Oftmals hat man insbesondere den russischen Truppen nachgesagt, nicht besonders (besser: gar nicht) umweltfreundlich zu sein. Das drückte sich dann unter anderem darin aus, daß Fahrzeugen quasi Open-Air ein Ölwechsel besorgt wurde. Wobei das alte Öl nicht etwa irgendwie aufgefangen wurde. Dennoch verfügte man eigentlich grundsätzlich schon über die Möglichkeiten, hier mit Sinn und Verstand zu agieren. Zum Beispiel mit vollausgestatteten Wagengrube. Dorthin führte der Hinweis von Station 5. An der Wagengrube war ein entsprechender Hinweis verborgen, später ist der Hinweise ausgetauscht worden: Stattdessen waren die nächsten Koordinaten in ein Stückchen Stahl eingraviert.

Station 7 – Das Dosenfischen
Im übrigen meine Lieblingsstation, wie sich auch beim Abbau wieder herausstellte. An einem Lüftungsschacht mußte, diesmal quasi auf dem Bunker stehend, ein Hilfsmittel gefunden werden: In einem Petling befand sich eine lange Schnur mit einem Magneten am Ende. Damit mußten aus der Tiefe des Lüftungsschachts Filmdosen geangelt werden. Sehr spaßig. In den Dosen befanden sich im schlimmsten Fall kleine Smilies (=Nieten). Im besten Fall der Hinweis auf die nächste Station. Das war allerdings, kleine Gemeinheit vom Owner…, keine Filmdose, sondern eine ebenfalls in dem Schacht befindliche Blechdose. Mit ein bißchen Glück hat man beim Angeln auch eine der Filmdosen erwischt, in denen der Hinweis auf den Bonus-Cache ganz in der Nähe enthalten war.

... mit Schnur und Magnet zu bergen (Foto: ovnn)

... mit Schnur und Magnet zu bergen (Foto: ovnn)

Station 8 – Der Dunkelbunker
Wieder ein Bunker, wieder ein Hilfsmittel. Zwar war der Zugang zu diesem Bunker nicht für jedermann möglich, der Eingang nämlich relativ schmal. Aber zum ersten Mal ein etwas größerer Bunker. Hier mußte zunächst das Hilfsmittel, eine UV-Lampe, gefunden werden. Damit mußte anschließend der komplette Raum bestrahlt werden, um die notwendigen Hinweise/Koordinaten zu entlocken. Ursprünglich befand sich selbiges in einem Lüftungsgitter. Allerdings ist dies schon nach kurzer Zeit Schrottdieben über den Weg gelaufen und wurde mitgenommen. Danach gab es dann viele Pfeile an den Wänden, die mit UV sichtbar wurden.

Station 9 – Das Dingdong-Ding
Ich erinnere mich bei dieser Station vor allem an ein Bild: Vor dem Bunkereingang lehnte D-Buddi an einer großen Wurzel und sagte etwas wie “… sucht ihr mal …”. Das vergesse ich so schnell nicht ;)
An Station 9 war wieder ein Hilfsmittel zu finden: Eine Fernbedienung für einen Türgong. Betätigte man diese, ertönte aus dem Bunker der entsprechende Gong – ein Kuckuck. Nun mußte in dem Bunker der Ort lokalisiert werden, von dem das Geräusch kam. Man stelle sich mal vor: Mitten in der Nacht, stockfinster und dann dieses Kuckuck-Ding – herrlich! Gänsehaut ist am besten, wenn sie nachläßt.
Der Bunker hier hatte eine stattliche Größe. Und eine Zwischendecke (hallo Trek! ;) ). Mit anderen Worten: Auch hier blieb es, wie an den anderen Stationen auch, nicht nur beim reinen Finden von Hilfsmittel und Hinweis. Vielmehr war das Erkunden, das Staunen, das Fotografieren oder einfach nur das Sammeln von Eindrücken wichtig.

Station 10 – Die Kletterdose
Unweit von Station 9 wieder eine große Halle. Mit einem großen Berg alter Gasmasken davor. Hier entstanden wohl viele Fotos, auf denen sich die Cacher die Gasmasken vor das Gesicht hielten. Zu schön. Natürlich haben auch wir damals genau so ein Foto gemacht…
An der Halle war hier an einem Pfeiler der Hinweis angebracht. Die Dose war mit einem Magneten ausgestattet und in einigen Metern Höhe, mit Reflektor gut sichtbar, angebracht. Nach einer kurzen Klettereinlage (völlig gefahrlos, da man den Pfeiler fast als Leiter nutzen konnte) war Dose mit Hinweis geborgen.

... für die nächste Gruselparty

... für die nächste Gruselparty

Station 11 – Die Scheune
Von der 10 ging es einen kleinen Fußmarsch zu elf. Erstmals mußten hier die Eisenbahngleise überquert werden. Auf der anderen Seite der Gleise stand ein Haus, vermutlich soetwas wie eine Scheune. Allerdings war der Hinweis nicht im Haus, wie auch wir annahmen, versteckt. Dennoch war das Gebäude, jedenfalls zu unserem damaligen Besuch, auch innen hochinteressant.
Der Hinweis hier war ein laminierter Zettel, der auserhalb an einem Balken angebracht war. Oberhalb, und dadurch nur mit einem Spiegel sinnvoll zu entziffern.

Station 12 – Das Staunen
Während man bis hierher von einem sehr gut gemachten Multi auf einem interessanten Gelände sprechen konnte, wurde es nun spannend. Denn es wartete eine technisch umwerfende und irre Konstruktion und Idee. Der Reihe nach: Zunächst galt es, mit Hilfe von Taschenlampe und einem der ursprünglich drei Stahltürme Reflektoren zu erspähen, um daraus den Ort abzuleiten, an dem sich weitere Hinweise befanden.

... Hilfsmittel en gros

... Hilfsmittel en gros

Diese waren in einem großen Loch in mehreren Betonplatten. Geschickt mit einer alten Coladose getarnt (das jedenfalls war der ursprüngliche Zustand, den wir gestern allerdings nicht vorfanden) befand sich darin ein umgebautes Regenrohr. In diesem wiederum kamen mehrere Sicherungen, ein Kopfhörer und ein Laserpointer zum Vorschein. Mit Sicherungen und Kopfhörer ging es dann zu einem riesigen Sicherungskasten (der sich im übrigen ohne Gewaltanwendung öffnen ließ). Mit den Hinweisen aus allen vorherigen Stationen mußten nun die Sicherungen einer konkreten Anleitung entsprechend eingesetzt werden. Anschließend galt es, die zahlreich vorhandenen Schalter in die richtige Stellung zu bringen. Erst dann ließ sich mit einem Knopfdruck auf dem Kopfhörer das hörbar machen, was zum weiteren Verlauf benötigt wurde. Eine absolut irre Installation. Zumal man demjenigen dankbar sein kann, der damals den Strom für dieses Gelände nicht abgeschaltet hat…

... was für eine irre Idee...

... was für eine irre Idee...

Der Hinweis, der dann auf dem Kopfhörer zu hören war, führte mit Laserpointer erneut auf einen der Stahltürme. Ursprünglich befand sich auf der obersten Plattform eine Vorrichtung, in die der Pointer zu stecken war. Entsprechend einer genauen Anweisung wurde die Vorrichtung bewegt, wodurch der Pointer auf andere Positionen auf den Betonplatten am Boden zeigte. Diese Positionen wiederum entsprachen Ziffern, die es jetzt “nur noch” zu ermitteln galt. Später wurde auch hier der Cache abgeändert, die Informationen statt auf dem Turm am Boden eingeschlagen. Jetzt hatte man alles, was man brauchte, um den Final zu heben.

Station 13 – Das Finale
Recht unspektakulär, wie etliche fanden, was aber einfach darin begründet ist, was nun auch mit dem Turm passierte: Stahldiebe und Sammler militärischer Gegenstände suchen natürlich auch den Boden ab. Und fände man eine Metallkiste, wäre diese weg. Also eine einfache Plastedose im Wald. Und nach dem Loggen gings zurück zum Parkplatz.

Der Final

Das war also Ostoroschno.

Wenn Ihr Fotos, Videos oder nette Begebenheiten von diesem Cache habt, laßt es alle anderen auch sehen und wissen. Insbesondere das Bildmaterial wäre wichtig: Wir würden gerne für die ArDos die vielen Bilder zusammenstellen. Schickt uns Eure Fotos/Videos (per Mail, per Post auf CD) gerne zu. Wir sammeln und geben das dann an ArDo weiter.

25 Kommentare

  1. [dosenfischer.de] Ostoroschno! Wojennyi raiyon – Das Ende eines großen Caches: Damals, vor eine.. http://tinyurl.com/9mc9m6

  2. Hut ab vor diesem Werk und vielen Dank an die Dosenfischer für diese kleine Doku. So haben wenigstens alle, die diesen Cache nicht mehr angehen konnten (ich leider auch nicht …), mal einen Eindruck bekommen.
    Auf dem Sicherungskasten war aber nicht mehr wirklich “Saft drauf” – oder?

  3. Das Grablicht stand beteits dort, als wir den Cache am 3. Januar fanden und es brannte noch! Wir waren alle überrascht von dieser schönen Geste!

  4. ostoroschno – die ganze geschichte: http://is.gd/eXsw

  5. Lieber Aba,
    vielen , vielen Dank für diese ausführliche und eindrucksvolle Beschreibung eines besonderen Caches. Damit hat dieser eine Art Denkmal bekommen, wo jene, die ihn gemacht haben, in Erinnerungen schwelgen können und jene, die ihn nicht gemacht haben, einen deutlicheren Eindruck davon bekommen können, was ganze Cacherscharen hierher zog. Das ist sicher einer von dem man noch nach vielen Jahren sagen wird: “Weißt Du noch – damals am Ostoroshno…?”

  6. Sehr schöner Artikel übrigens! Vielen Dank!

  7. Den Glückwünschen zu dem gelungenen Artikel sowie den Beileidsbekundigungen kann ich mich nur anschließen …

    Leider war der Weg aus dem tiefen Süden der Republik etwas zu weit für mich (610km Luftlinie), aber diese Art der Dokumentation rettet doch zumindest etwas von der Faszination dieses Caches hinüber.

    Cheers
    Dirk

  8. EIn paar Fagen bleiben dem Unbeteiligten offen.
    Woher kommt der Name des Caches? Was bedeutet er?
    Was für ein Gelände ist das, auf dem sich die Stationen befanden, ehemalige sowjetische Kaserne?

  9. @oschn.
    ich zitiere mal aus der cachebeschreibung:

    Südlich von Schwerin befindet sich die ehemalige Heeresmunitionsanstalt aus dem Jahre 1938. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage von den Besatzungstruppen der GSSD als Kaserne genutzt. Nach dem Abzug der russischen Truppen nach der Wende lag das Gelände vorerst brach. Inzwischen werden einige der Gebäude von Firmen wie z.B. Heck & Humus oder dem Recycling-Hof Schwerin genutzt.

    Ungenutzt sind jedoch viele Bunker von unterschiedlicher Größe, die allerdings nur noch zum Teil zugänglich sind. Neben ihnen sind noch weitere Gebäude und Garagen, jedoch fast alle in einem recht maroden Zustand, anzufinden.

    der name bedeutet sinngemaess: achtung, militaergebiet
    wobei man ostoroschno auch mit “aufmerksam” uebersetzen koennte.

  10. @Oschn
    Ostoroschno! – Vorsicht! oder Achtung!
    Wojennyi raiyon – Militärischer Bereich

    Schade um den Cache…

  11. Als wir den Cache gemacht haben, waren an S12 schon Zahlen in den Beton “graviert”, ihr habt aber im Podcast erwähnt, dass das nicht immer so war? Es musste an S8 (?) eine Schablone, welche zur Lösung von S12 benötigt wurde, gefunden werden? Wie kann ich mir das Vorstellen und wie war S12 ursprünglich zu lösen?

    Ich durfte damals den Turm, der für den Laserpointer vorbereitet war, erklimmen und stand erstmal ratlos und atemlos da oben. Das Problem in dieser Nacht: der Laserpointer war mal wieder kaputt und von ArDo mitgenommen worden. Es mußte also improvisiert werden.
    Nur was sollte ich da oben überhaupt tun? Sinnloses rumgefunzel, Licht aus bei Schienenverkehr und aufpassen, dass man nicht in das Einstiegsloch in der Mitte der Plattform fällt.
    Nach gefühlten 30 Minuten, die “Bodencrew” wurde schon ungeduldig, bemerkte ich die Vorrichtung mit den Schlagbuchstaben und die Patronenhülse(?), die den Laserpointer aufnehmen sollte. Ich habe es zuerst nur mit der Lampe versucht, aber die konnte einfach nicht genug fokusiert werden. Zum Glück hatte JoFrie einen kleinen Feldstecher dabei, mit deren Hilfe ich die Lampe auf einen kleinen Punkt fokusieren konnte. Das brachte letztendlich den Erfolg.

    Das ist nur eine der vielen Geschichten, die uns bei den insgesamt vier Anläufen widerfahren sind.

    Beim ersten Versuch, zusammen mit Rehwald, kamen uns Schnee und der gefrorene Boden in die Quere, Verzweiflung schon an Stage 2(!), der Schneefall ließ uns den Reflektor einfach nicht erkennen, es leuchtete sprichwörtlich alles.

    Der zweite Versuch erfolgte eine Nacht später, spontan, nachdem tagsüber Tauwetter eingesetzt hatte. Alleine, nur Lilly und ich.
    Tatsächlich fanden wir S2 und konnten das erste kleine Erfolgserlebnis feiern. S3 fanden wir nach einer Ewigkeit, wir kannten einfach so ein fieses Versteck noch nicht.

    Da kam S4 und die Verzweiflung kehrte zurück. Gut, dort oben ist ein Reflektor, aber was soll das? Müssen wir da hoch? Kann das runter? Ist da überhaupt etwas versteckt? Ein “kleiner” Hinweis von TJ sandmann ließ uns erstaunt den gefrorenen Boden bearbeiten und den Frust ins unermessliche steigen, die Schnur war gerissen, eine konvetionelle Lösung rückte in weite Ferne.
    Nach einem Anruf bei Arne (ArDo) war warten angesagt, er wollte trotz fortgeschrittener Stunde noch zu uns raus kommen. Das führte zu einem gehörigen Schrecken, als nach einiger Zeit ein Auto über das Gelände fuhr und wir ja nicht ahnen konnten, dass es einen entsprechenden Zugang gibt. Aufatmen, es war nur Arne.
    Es stellte sich heraus, dass irgendwelche Schlauberger die Station zertört (mal wieder) hatten und den Hinweis mittels eines Magneten (!) auf unerfindliche Weise in luftiger Höhe an den Mast “genagelt” hatte…

    Arne gab uns den Hinweis von S4, zwei Schokoladenostereier, stieß uns mit dem Zaunpfahl auf S5 und verschwand dann wieder.

    Nachdem wir dann noch über eine Stunde S6 gesucht haben, waren wir körperlich und im Kopf so leer, dass wir den erneuten Abbruch beschlossen. Schließlich mußten wie am nächsten Tag wieder nach Hause.

    Fasziniert vom Gelände wollte Lilly am nächsten Morgen das ganze bei Tageslicht erkunden. So streiften wir genüßlich zwischen den ganzen Bunkern, Hallen und Gruben umher und fanden eher zufällig noch den Hinweis an S6, das Magnetplättchen hatte sich mit der schwarzen Seite nach oben im Dreck befunden, weshalb wir es wohl nachts zuvor nicht finden konnten.
    Dann fanden wir noch eine Polizeistreife, die über das Gelände patrollierte und beschlossen auf alle Fälle nochmal wieder zu kommen. Dann aber besser vorbereitet und mit weiteren Teammitgliedern.

    Letztendlich waren wir zusammen mit ivalo ein Dreierteam, hatte mit 998 Funden einiges mehr an Erfahrung und mit ivalo einen unerschrockenen Kameraden, der vor keiner noch so schwierigen Aufgabe zurückschreckte und maßgeblich an der erfolgreichen Bewältigung unseres vierten Versuchs beteiligt war. Jeder von uns dreien konnte und mußte sich in dieser Nacht einbrigen, körperlich und kognitiv.

    Als wir dann zusammen mit JoFrie endlich die Dose in Händen hielten, war uns allen klar, so einen Cache muß man lange suchen und wird schwer zu toppen sein.

    Viele Leser von abas Zusammenfassung werde das mit anderen Caches, die sie schon gemacht haben vergleichen und sich vielleicht sagen, dass sie das alles schon mal gesehen haben, aber ich glaube, wer dieses Erlebnis, das Gelände, das Spielen mit den gegebenen Möglichkeiten, den Ideenreichtum nicht selbst erlebt hat, ja, der wird nicht verstehen warum dieses Meisterwerk so viele Emotionen freisetzt.

    Danke Arne, für diesen geilen Cache! Er war im Nachhinein viel viel mehr als ein weiter Ausflug nach Schwerin. Es war die Entdeckung einer schönen Stadt, einer tollen Region und ihrer freundlichen Menschen. Wir durften neue Bekannt- und Freundschaften schließen und waren nicht das letzte Mal in und um Schwerin. Danke!

  12. @explora
    Der Sicherungskasten war natürlich nicht mehr am Netz! Das Vorfinal wurde durch eine Batterie mit Strom versorgt, wie uns ArDo, den wir bei unserer Suche zufällig trafen, berichtete. In Aba’s Bericht verleitet dies (..Zumal man demjenigen dankbar sein kann, der damals den Strom für dieses Gelände nicht abgeschaltet hat….) natürlich zur Annahme dass der Kasten noch am Netz hing. Oder es war bei unserer Suche nicht mehr die ursprüngliche Variante dieser Station. Genaue Auskunft kann sicher nur ArDo geben.

    Schade, Schade um den Cache! Ich erinnere mich gern an 1,5 schlaflose Nächte in guter Gesellschaft.

  13. @cyberberry (Stefan): In der acht fanden wir mit der UV-Lampe eine “Tabelle”. An der Wand war mit UV-Farbe etwas angemahlt, das für uns wie Schienen aussah, darin befanden sich Ziffern, etwa so:
    |9|8|7|6|5|4|3|2|1|0
    Diese malten wir ab, ohne zu wissen, wozu wir sie bräuchten.

    An der zwölf erzählte uns Arnes Stimme die Koordinaten des Finals. Bei den Koordinaten enthielten die spannenden Stellen Buchstaben. Es gab noch eine Anweisung bezüglich des Laserpointers. Die war aber nicht so ausfühlich, wie sich das in abas Dokumentation vielleicht anhören mag.

    Oben auf dem Turm fanden wir die Vorrichtung, in die wir den Laserpointer steckte. Wir hatten keine Ahnung, was wir jetzt zu tun hätten. Ich erspare Dir jetzt mal alle Irrungen und Wirungen. Letztlich waren im Geländer unter der Vorrichtung Buchstaben eingeschlagen. (Die waren übrigens in der ersten Fassung sehr schlecht zu sehen.) Jetzt brauchte man die Vorrichtung mit eingeschaltetem Laserpointer nur auf die Buchstaben, die in der Final-Koordinaten genannt waren zu drehen. Der Laserpointer verweilte dabei immer auf einer Betonplatte. Die “Schienen” der Zeichnung, waren also keine, sondern enstprachen den Betonplatten am Boden. Jetzt brauchte man also nur noch den Betonplatten den Ziiffern aus der Zeichnung/Tabelle zuordnen und hatte die Final-Koordinaten.

    Das war die Kurzfassung. In Natura hatte es dann doch 1 oder 2 h gedauert.

    @Sandmann: … :-)
    @abe: Danke, schöner Beitrag

  14. @SöNeTjAn
    Genauso war das bei uns auch. Dass es Schienen sind, hatten wir dann auch erst vor Ort bemerkt. Aber es passte alles und als wir am Schluss die Sicherungen rein gedreht, die Schalter umgelegt und Arnes Stimme gehört hatten, waren all die Anstrengungen der letzten Stunden wie weg geblasen. ;-)

    Auch für mich war dieser Cache die Nummer 1, eben weil die Kombination aus Gelände, Suchspaß, technischen Spielereien und sportlichem Einsatz optimal gelungen war. Sozusagen eine richtige Choreografie ;-) Ich freue mich sehr, dass ich diesen Cache mit netten Leuten noch gesucht habe und dass wir mit den Dosenfischern noch einen netten Plausch am Start abhalten konnten.

    Schöner Bericht übrigens!

    Liebe Grüße auf diesem Wege aus Hamburg
    schickt frau tÖse

  15. Ich habe die Station 12 leider nicht völlig unvorbereitet erleben können. Da wir den Cache nach seiner Archivierung angingen, wussten wir ja bereits vorher von den Türmen…
    Den Schaltkasten lösten wir selbst, doch dann klärte uns ein anderes Cacherteam darüber auf, dass auf dem vereisten Boden die Zahlen ständen, die wir sowieso nicht lesen könnten.
    Wir (d.h. der einzige, der sich traute war k4r573n) erklommen trotzdem den Turm und ließen den Punkt auf den Boden zeigen, wo wir dann versuchten, etwas Eis wegzugratzen, doch es war nichts zu machen…
    Das große Highlight des Caches wurde die 12 deshalb nicht, wobei ich mir aber gut vorstellen kann, dass sie das Highlight ist, wenn man ganz UNWISSEND zu einer LÖSBAREN 12 kommt.
    Stattdessen waren wir uns einig, dass das Pfeillabyrinth an Station 8 der Höhepunkt des Caches war.

  16. Das war der beste Cache ever, ich bin total traurig, dass er weg ist. Na wenigstens hat mein Kerzchen den Weg in’s internet gefunden :) .

    Die schönste Station, für mich, war das Dosenfischen :) da kam der Spieltrieb durch :)

    LG KompassMauz =^.^=

  17. Persönlich fand ich ja die Station 7 im schönsten (wie ja offenbar auch der Autor). Was ich nicht verstehe: Warum hat der Owner nicht einfach das Final z.B. zur Station 9 gepackt (auch ein netter Schlusspunkt – die Stationen 7, 8 und 9 waren je nach Geschmack für viele die besten), die Station 4 etwas wartungsärmer gestaltet und das Ganze mit geringerer Terrain-Wertung als neuen Cache veröffentlicht.
    Na, an Station 9 scheint ja inzwischen wieder was zu gehen – aber nein, ich bin nicht FTF-süchtig (und die Schweriner offenbar auch nicht ;-) )

  18. @KompassMauz

    Sehr schön, das mit der Kerze! Danke dafür! Pathos rules…

  19. @paradiesvogel.
    … weil der cache dann nicht mehr der cache gewesen waere. ich finde es natuerlich auch schade, aber konsequent. und die archivierung erfolgte ja nicht nur wegen der 12.
    und doch: die schweriner waren heute sehr wohl ftf-suechtig ;) ))

  20. @Paradiesvogel

    So weit ich weiß, laufen auf dem Gelände Metallsammler rum und bauen alles ab.
    Von dem Standpunkt aus wären dann die Stationen 4, 6 und die Türme weg, wenn die Türme nicht mehr da sind, machen die Scheune (Station 10?) und das Versteck in den Betonblöcken auch kaum mehr Sinn. Alles in Allem wäre der Cache dann wirklich nicht mehr, was er mal war.

    @sandmann Danke für die Blumen :)

  21. Das liest sich ja schon schön! Schade, dass wir es nicht mehr hingeschafft haben… :( Genau so toll und von der Begeisterung, Aufwand und Faszination bestimmt ähnlich ist sicher dieser hier im südlichen Münsterland(?).

    James Bond 007 – Goldfinger (Lostplace Nachtcache) (GC17DT6) by Kalvis

    Wer den noch machen will, sollte sich aber auch beeilen! Sicher einer meiner Top3-Caches!

  22. Hm tja. Zu Spät. :) :(

  23. Was ein toller Cache, der den Findern viel Ausdauer abverlangt.
    Aller Achtung an Eure (-;

    Gruß, Martina

  24. Ich möchte mich hier bei Ardo für diesen Hammercache bedanken. Wir haben (wie viele andere auch) zwei mal für diesen Cache gebraucht. Beim ersten Mal sind wir nach 6 Stunden am Final gescheitert. Trotzdem waren wir für diese Nacht dankbar. So einen Nachtcache, mit so vielen unterschiedlichen Satationen, haben wir seit dem nicht mehr suchen dürfen. Und ehrlich – es wird schwer werden etwas vergleichbares zu finden. Ostoroschno ist in meinem Cacherleben das Oberhighlight gewesen und es ist schade, das er sein Leben verwirkt hat. Aber noch viel mehr muss ich diejenigen bedauern, die nun keine Möglichkeit mehr haben werden diesen Cache zu machen.

    Leb wohl Ostoroschno.

    Tattergreis

  25. Gibts eine Möglichkeit die Bilder einmal zu sehen?

    Die bringen bei mir 404-Fehler.

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