Geocaching: Bewegungsmuster als Forschungsthema

12 Februar 2010 2 KommentareEiner von 416 Beiträgen von aba

Schaut man sich in vielen sozialen Netzwerken um, ist der Umgang mit den eigenen, persönlichen Daten oftmals lax. Kontakte bei Google importiert, damit man sie schick auf seinem Handy ebenfalls zur Verfügung hat – sehr praktisch. Interessant wird es dann, wenn YouTube plötzlich Empfehlungen für Videos gibt, die einer meiner Kontakte eingestellt hat. Dumm nur, dass dieser Kontakt ein Kunde war und das Video ihn in mehr als peinlichen Szenen zeigt. Nicht möglich? Probiert es mal aus.

Ich habe eine gewisse Paranoia, was das betrifft. Natürlich möchte man in solch spannenden Diensten wie Twitter, Wave oder Buzz mitmachen. Doch zu welchem Preis? Auch geocaching.com ist, was die Daten betrifft, nicht unbedingt ein Kind von Traurigkeit. Dies machen sich, die älteren Hörer erinnern sich, auch einige Tools zu nutze. Selbige verraten mir nämlich auf Knopfdruck, wer im Zeitraum x wieviele Caches gehoben hat. Mit ein bisschen mehr Aufwand lassen sich darüber auch mehr Informationen aggregieren. Wo wurde gecacht, wie lange, an welchen Orten, welche Entfernungen wurden zurückgelegt und so weiter. Das ist vielleicht nur bedingt für den “normalen” Nutzer interessant. Für die Wissenschaft scheint dies wesentlich spannender zu sein.

In der Zeit ist ein Artikel erschienen, der “Netzwerkforschung” beschreibt, erklärt und Ausblicke gibt. Und einer dieser Ausblicke ist in einem kleinen Nebensatz versteckt:

Als Nächstes will er die Bewegungsmuster in Deutschland mithilfe von Geocaching erforschen, eine Art Schatzsuche mit GPS-Geräten.

Was uns da erwartet, lässt sich nur vermuten. Warum es nun ausgerechnet Geocaching sein muss – es hätte wohl auch Buzz, TomTom mobile oder was anderes sein können – ist wohl dem Umstand geschuldet, dass einerseits die kritische Masse ausreichend ist. Und vielleicht ja auch, weil das Log zum Cache eine solide Basis für Analysen darstellt. Dem wäre nicht so, wenn es bei geocaching.com endlich mal einen Knopf gäbe, um die Logs nicht öffentlich sichtbar darzustellen. Aber das ist ja auch so eine Geschichte, von der ich seit Jahren träume.

Mit bestem Dank an denjenigen, der mich auf den Beitrag hingewiesen hat!

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2 Kommentare »

  • Night-Fly sagt:

    Der gläserne Kunde/Verbraucher ist doch schon seit Jahren bekannt…
    Banken erstellen schon lange “Bewegungsmuster” Ihrer Kunden.
    Wo wird getankt, wo werden die Lebensmittel gekauft, wo geht man ins Kino, welche Hobbies man hat geht aus anderen Überweisungen hervor…
    Die vielen Punkte-Sammel-Programme (Shell-ClubSmart, Paypack, …) dienen auch für nichts anderes…

    Warum sollte ich da noch Angst vor einem “Bewegungsmuster” im Bereich GeoCaching haben?
    Allein die Urlaubsfotos div. Leute in den kostenlosen Fotoalben (Picasa, …) geben Infos zu den Vorlieben der Leute preis…

    Das ganze Thema wird eh nicht soooo heiß gegessen wie man es kocht und in der Flut der Daten die uns täglich umgibt, macht ein GeoCaching-Bewegungsprofil auch nichts mehr aus…
    Die Frage ist doch ehr, wer macht sich die Mühe, das noch alles auszuwerten?

    Wer Angst hat vor Datenspeicherung sollte sein Internetzugang abmelden, Rechnungan am Bankschalter per Bareinzahlung bezahlen und sonstige Ausgaben in Bar erledigen…
    Die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt kann man sich auch sparen, denn auch die Gemeinden und Städte verkaufen diese Daten und der Gesetzgeber hat nicht einmal was dagegen… Schon mal gewundert, warum man kaum umgezogen ist und plötzlich das Telefon nicht mehr still steht oder man weiter in “persönlicher Werbung” erstickt?
    Ganz nebenbei sollte man den Handyvertrag kündigen, da allein durch die Verbindungsdaten (Einwahl in die Zonen (Funkmasten)) ein mehr als umfangreiches Bewegungsmuster eines jeden einzellnen Handynutzers erstellt werden kann… Und aus den Medien wissen wir ja nun auch, dass es nicht das erste mal ist, dass man mit Hilfe von Handys und deren Verbindungen Schwerverbrecher gefasst wurden… Scheiß auf Twitter für unterwegs auf dem iPhone.

    Gruß TOM

    Achja für alle Statistikfreunde da draußen: Dieser Kommentar wurde von mir verfasst… ;-)

  • Nordhesse sagt:

    Der Artikel ist im Dezember bereits im Spiegel erschienen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,666614,00.html

    Gruß
    Nordhesse

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