Ping mich an, Baby
Ich schalte bei meinem Mobiltelefon die GPS-Funktion recht häufig aus. Nicht, weil ich damit eine bedeutend längere Akkulaufzeit erreiche. Und auch nicht, weil ich GPS doof finde. Sondern weil auch ich so ein bissgen Paranoia an den Tag lege, wenn es darum geht, meine persönlich(st)en Daten zu schützen. Und das ist nicht unbegründet, wie man bei netzpolitik erneut dokumentiert hat.
Allem voran stören mich die pilzartigen Apps, bei deren Installationsbeginn ich zumindest auf dem Android darauf hingewiesen werde, welche Systemfunktionen diese im Verlauf ihrer Aktivität begehren. Dass ein Lauf-Tracking-Tool GPS benötigt, leuchtet ja noch ein. Aber wer liest sich schon bei jeder zu installierenden App (oder noch schlimmer: bei jedem Update einer App) besagte Systemfunktionsbedarfe genau durch? Ich nicht. Handbücher sind ja auch was für Mädchen.
Ein Auto-Navi mit Internet-Verbindung klingt toll. Was man damit für Möglichkeiten eröffnet. Für Nutzer und Anbieter.
Dennoch schrecke ich hin und wieder ein wenig zusammen, wie achtlos man (bzw. ich) Apps installiert. Wie sicher ist der Kram tatsächlich? Sind geprüfte Apps auch auf “sowas” geprüft? Oder nur dahingehend, dass sie funktionieren? Nutzen Apps meine Standortdaten, meine Telefonbücher, Kontakte, persönliche Daten für “andere” Dinge?
Die zweite Shortcut-Funktion, die ich mir auf meinem Android eingerichtet hatte, war jene, um das GPS abzuschalten.
Die erste war dafür da, um die Internet-Verbindung trennen zu können (was keine Standardfunktion auf dem Gerät ist).
Schöne neue Welt.

Guten Tag Herr Aba!
Ich kann Dir nur zustimmen. Mir ist es schon ein Graus, wenn ich daran denke, was für tolle Bewegungsprofile alleine anhand der Funkzelle der Mobiltelefone erstellt werden können. Einer der Gründe, warum ich solcher Technik bis jetzt keinen echten Zugang in mein Leben erlaubt habe. Die Möglichkeit mittels iPhone bei Twitter die aktuellen Koordinaten für jeden sichtbar anzeigen zu lassen ist ja noch ein Schritt weiter und erinnert noch mehr an ’1984′.
Da kann man nur hoffen, dass wir noch lange die Möglichkeit haben, uns diesem Zwang des (ver)öffentlich(t)en Lebens zu entziehen.
In diesem Sinne viele Grüße aus Dresden
Oisín
Auf allen Nachrichtenkanälen war heute zu hören, dass GSM alleine für eine Verbrecherjagd genügt.
Schalte dein Telefon besser ganz ab!
Hmm naja die Leute werden großzügig, wenn die vermeintlichen Vorteole die Nachteile überwiegen. Siehe z.B. StudiVZ….
Genügt nicht. Akku muss raus, sonst kann man es u. U. noch immer abhören. Guckst Du hier: https://www.bsi.bund.de/cae/servlet/contentblob/475756/publicationFile/30778/gsm_pdf.pdf
Oder gleich wegwerfen und eine lange Schnur mit zwei Dosen verbinden.
@xibalba01: Mein Handy liegt zuhause in eine Ecke und ist ausgeschaltet. Ich verwende das Ding nur als Notfalltelefon, wenn ich mal längere Strecken unterwegs bin. Ich darf dann nur nicht vergessen, die Karte reaktivieren zu lassen, wenn die
.
aber ich habe extrem selten Informationen zu verteilen, die nicht bis zum nächsten Rechner oder Festnetztelefon warten könnten. Bin da aber auch im Freundeskreis bei weitem nicht der einzige.
Gaunerlieben Leute des Telekommunikationsunternehmens sie nach 12 Monaten ausschaltenVielleicht bin ich da altmodisch oder einfach nur unbeliebt
Wenn man sein eigenes Handy angeschaltet auf die Flucht mit nimmt ist man ja selber Schuld. Das man so ziemlich genau geortet werden kann ist ja aus jedem billigen Krimi bekannt. Dieser Verwendungszweck wird auch der Grund sein, warum man in Deutschland (offiziell) keine Handy anonym kaufen kann. Einen (technischen) Grund gibt es dafür bei Prepaid-Verträgen nicht.
Vielen Leuten wird auch die Tragweite dieser Information nicht bewusst sein. Nicht nur dass die Ehefrau jeden Seitensprung nachverfolgen kann. Auch der Chef weiß dann, dass Du nicht krank zuhause im Bett liegst sondern auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein trinkst.
Ja Ihr habt recht man gibt heute sehr viel preis! Fakt! Wer könnte der Nutznieser dieser Daten sein?
Die Industrie! Wenn Persil seine Waschmittel besser macht weil Persil weis das ich Geocacher bin und gerne im Schlamm bade hab ich kein Problem damit! Wenn Feinkost Albrecht Turnschuhe ins Programm nimmt um mich zum Sport zu bewegen sage ich einfach zwecklos. Mir ist die auf mich zugeschnittene Werbung lieber als warlose. Denn so sehe ich wenigstens Artikel die mich interessieren könnten und nicht Werbung für Gebissreiniger oder die Brigitte. Ob ich darauf anspringe oder nicht ist meinem gesunden Menschenverstand überlassen.
Der Staat! Ich bin mir sicher das ich nichts verbrochen habe und das mein Bewegungsprofil und Internetprofil mich in kein Zwielicht führt. Soll doch Herr Schäuble wissen, dass ich für seine Steuergelder jeden Tag zur Arbeit fahre ab und an im Wald Dosen suche bei Feinkost Albrecht einkaufe, Im Internet auf Elektronikseiten, Modellbauseiten und Geocachingseiten unterwegs bin. Ach ja und ich gestehe, dass ich online die Bildzeitung lese. Er kann auch wissen das ich kaum in Urlaub fahre weil er und seine Kumpels so viele Steuergelder verbraten. Ich denke hier habe ich nur ein Problem wenn ich mich zwielichtig verhalte. Ich gebe Euch aber recht die Grenze zwischen zwielichtig und nicht ist sehr schwammig. Aber etwas sollte man trotz allem an unseren Rechtsstaat glauben auch wenn man den Lawblog regelmäßig liest.
Kriminelle! Mein Bewegungsprofil können Einbrecher auch ohne Internet iPhone und GPS von mir erstellen. Hier muss man sein bisschen Hab und Gut eh schon seit eh und je schützen.
“Nicht nur dass die Ehefrau jeden Seitensprung nachverfolgen kann. Auch der Chef weiß dann, dass Du nicht krank zuhause im Bett liegst sondern auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein trinkst.”
war mir neu das meine Frau und mein Chef (wobei das ja eigentlich das Gleiche ist) auf die Informationen aus Handy-Funkzellen zugreifen können, muß ich heute abend gleich mal fragen
Da ist es natürlich besser das ich lieber nicht erreichbar bin in Notfällen… Wenn ich mal mit dem Auto liegen bleibe reicht es ja auch wenn ich halt 50 Kilometer nach Haus laufe, dort sind dann ja Rechner und Festnetztelefon vorhanden
Ach mist, Festnetz ist ja abhörbar ohne das abgenommen wurde, besser das heute abend auch gleich aus der Wand reissen…
Soviel ich weiß gibt es mittlerweile mehr Handies als Einwohner in Deutschland. Eigentlich ja blöd, da sind dann mehr Bewegungsprofile unterwegs als Menschen, viel Spaß auch beim auswerten 8-)))
Und man stelle sich vor meine Frau läuft mit meinem Handy rum, werde ich dann verhaftet weil ich die Auswerter getäuscht habe?
Man muß halt immer gaaaaanz vorsichtig sein, die Zeiten beweisen es! Gab es die Mondlandung wirklich, was ist los im Bermuda-Dreieck, hat die CIA was mit 9/11 zu tun, Fragen über Fragen…
“war mir neu das meine Frau und mein Chef (wobei das ja eigentlich das Gleiche ist) auf die Informationen aus Handy-Funkzellen zugreifen können, muß ich heute abend gleich mal fragen”
Das nicht, aber wenn meine aktuelle Position z.B. bei Twitter (oder einer anderen Seite im Netz) steht, dann kann das jeder sehen. Es scheint inzwischen genug Leute zu geben, die damit kein Problem haben. Ich schon!
Gegen eine Notfalltelefon im Auto habe ich ja nichts. Genau dafür nutze ich mein Mobiltelefon. Dass die Zuordnung der Rufnummer zu einer Funkzelle technisch notwendig ist, ist mir auch klar. Somit kennt die Telekom die Position einer Telefonnummer. Warum sie für die Erbringung des Dienstes meinen Namen und meine Anschrift kennen muss, erschließt sich mir trotzdem nicht. Andere Personen hat es auch nicht zu interessieren.
Gegen Geheimdienste kann man sich sowieso nicht echt schützen und gegen Verbrecher, die es auf einen persönlich abgesehen haben auch nur bedingt. Aber man muss ja beiden Kreisen das Leben nicht unnötig einfach machen und es solle ja Personen geben, die erst durch bestimmte Umstände zu Kriminellen werden (‘Gelegenheit macht Diebe’).
Zusammenfassend kann gerne jeder mit seinen Daten machen, was er will.
Ich selber möchte allerdings nicht, dass unnötig Daten über meine Person gesammelt werden, da nicht absehbar ist, wie sich dies ggf. später negativ auf mich oder meine Familie auswirken kann.
Viele Grüße,
Oisín
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