Gastbeitrag Nr. 9 – Einen braucht’ ich heut’ noch…

18. September 2008Ein KommentarEiner von 576 Beiträgen von sandmann

vom Olli, dem Dicken Olli (oder müsste ich, um die Marke nicht zu beschädigen “von Der dicke Olli” schreiben?)

Einen braucht’ ich heut’ noch…
…und daher habe ich mir einen schon seit einigen Tagen gelösten Physik-Aufgaben-Cache für den fixen Fund ausgesucht. Es musste, ja sollte schnell gehen, da einerseits die hereinbrechende Nacht (Mein Gott, wird das jetzt schon wieder früh dunkel!) evtl. das Suchen erschweren würde und andererseits zwei Typen im fernen Schwerin auf einen Wortbeitrag von mir warteten.

Die “Fischer der Dosen” hatten mich nämlich gebeten, einen GastBlogBeitrag, oder wie immer man das neudeutsch vertonen will, kann oder soll, zu schreiben. Und sowas geht natürlich bei einem Viel und GerneSchreiberling, wie ich einer bin, runner wie Butter, die einen heißen Sommertag in der Mittagshitze verbringt.

(Erwähnte ich eigentlich schon mal, dass ich nach Auskunft von ITSNOTABOUTTHENUMBERSDOTCOM der sabbeligste Cacher von ganz Deutschland bin? Na, jedenfalls behauptete das besagte WebSite, als man sich da noch die Top Ten aus dieser und jener schrägen Statistik zusammenstellen konnte. Mittlerweile ist der Betreiber ja auch schon ein ganzes Stück Zeit mit sich selbst und seiner Datenbank beschäftigt, aber gut Ding will ja Weile haben, wie meine Großmutter selig immer zu sagen pflegte. Aus meeeeveeeeo ist ja auch was Hübsches geworden – zumindest was das Telefon-Podcast-Präsentieren angeht.)

In den letzten Tagen hatte ich jedoch allerhand zu tun, dabei mehrere Ideen zu verschiedenen Themen (z.B. “Was zieh ich bloß an zum Cachen?”, “Traktat wider den fal’schen Gebrauch de’s Genitiv-S in Log’s” oder schlicht “Wieso ich zum Cachen kam”) entwickelt, die aber allesamt in den ersten Zeilen steckenblieben. Dinge, die die Welt sowieso nicht hören will, entwickeln sich doch zäher, als gedacht… Was lag es also näher, als etwas zu verfassen, dass ich sowieso seit geraumer Zeit nicht mehr regelmäßig mache? Ein Log zu einem gefundenen Cache schreiben.

;-)

Nun denn: Ich hatte mir im Vorwege die errechnete Lösung via GSAK auf dem Satellitenbild angesehen sowie die Vorlogs durchgelesen, so dass mir einigermaßen klar war, wo hier die Musik spielen würde. Aber sicher war ich deswegen noch lange nicht, weiß ich doch aus so mancherlei Such-Finde-Abenteuer, dass uns Mutter guckstuErde gerne so manchen Streich spielt, da sie uns mal hier zwanzig, mal an anderer Stelle vielleicht nur zehn Meter auf den Holzweg schickt, doch irgendwie nie zu hundert Prozent an den rechten Ort führt – mal ganz abgesehen von den Bereichen der irdischen Oberfläche, die noch nicht von recht hoch aufgelösten Fotos erfasst ist. Dennoch möchte ich nicht mehr diese spezielle Form der Fernerkundung missen, zeigt sie uns doch so manchen verborgenen Parkplatz oder nicht in die VektorKarten aufgenommenen, abgelegenen Pfad. Ganz besonders in nicht topografisch digitalisierten Gebieten (wie z. B. im Land der Dänen) ist mir dieses Werkzeug ein Quell hilfreicher Informationen.

Kurz bevor ich jedoch die geheimen GeheimLabors mit den Reaktoren mit schwarzer, leise vor sich hinblubbernder Masse für heute hinter mir lassen, aufbrechen und ins Horn stoßen wollte, führte ich noch eines dieser streng geheimen GeheimAbsprachenTelefonate mit einem speziellen Freund und Mitcacher. Sein Name ist mir selbstverständlich nur allzu gut bekannt, wird hier aber aus Gründen der Diskretion nicht genannt. Selbiger verplapperte sich ein wenig während des Gesprächs, so dass ich nun ganz sicher wusste, wohin mich der Navigator führen würde.

Ich steuerte daher ganz ohne Gerät den berechneten Ort an und “las” den Boden in alter “Fähnlein-Fieselschweif”-Manier. Ich folgte den eindeutigen Spuren und zündete unter der Holzkonstruktion das Licht des beginnenden einundzwanzigsten Jahrhunderts: Eine Ein-Watt-Cree-LED, sorgsam ausgewählt von flinken südostasiatischen Augen und Händen. Gleißendes Licht blendete meine Augen, deren Netzhaut sich schon an die hereinbrechende, leicht wolkenverhangene Vollmondnacht akkomodiert hatte. Damit ich nicht vollends erblindete, öffnete ich die Augenlider lediglich ein gerüttelt Maß und entdeckte im zweiten Blick das gesuchte Objekt der Begierde friedlich schlummernd auf dem südwestlichen Widerlager der den kleinen Bach überspannenden Brücke.

Geschafft! Wieder war ein Projekt so gut wie zu einem guten Ende gebracht. Schnell noch mit fiebrigen Fingern die üblichen Verwaltungsarbeiten erledigt, stets in der Hoffnung, nicht noch im letzten Moment von irgend einem Kläffer mit Muggel an der Schnur aufgebracht zu werden. Die Übung gelang, der Behälter wanderte an die ihm zugedachte Position und ich leise die “Mission-Impossible”-Melodie pfeifend wieder zu dem aus hauchdünnen Blechen mehr schlecht als recht von muffeligen französischen Autofabrikern zusammengeschusterten Cachemobil.

Der Weg war frei für kommende Abenteuer. Doch das, so würde es der bestgekleidetste Cacher von ganz Hamburg wieder so treffsicher formulieren, ist eine ganz andere Geschichte…
Herzlichen Glückwunsch zum 50. Pottkasten!
Olli, der Dicke (wer sonst?)

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