Gastbeitrag Nr. 6 – Lockruf der Dosen
von Hans Fallada
Die Zeit ist reif für “einen Zentner Dosenfisch”! Oder anders gesagt: dieser Tage erscheint, nimmt man die ganzen A, B und C, etc.pp. – Nummern raus, der 50. Dosenfischer-Podcast. Grund genug, Danke Dosenfischer zu sagen aber auch um zurückzublicken auf die Zeit, in der mich 67(?) Dosenfischer-Podcast-Sendungen durch den Geocacher-Mikrokosmos begleitet haben.
Es ist mittlerweile fast ein Jahr her, als ich mich das erste Mal auf die Suche nach den von uns so verehrten und geschätzten Dosen gemacht habe. Damals, im Oktober 2007, es war ein sonniger aber schon leicht kühler Herbsttag, begab ich mich auf die Suche nach dem Cache Elbestrom (OC430F). Mir ging es wie vielen anderen – ich war sofort infiziert. Infiziert vom Geocache-Virus.
Aber es gab zwei Probleme – erstens, ich hatte noch kein eigenes GPS-Gerät und zweitens, unsere Region war nicht gerade gut bestückt mit den begehrten Dosen. Und außerdem stand der Winter vor der Tür. Also beschäftigte ich mich erstmal mit der Theorie, las oder hörte Hoëckers “Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers: Mit Geocaching zurück zur Natur” und konsumierte, ja ich genoss, jede einzelne Folge des Dosenfischer-Podcast. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, fast so als wäre es erst gestern gewesen , an meine erste Dosenfischer – Sendung. Es war der Dosenfischer-Podcast IIII- damals noch in römischer Nummerierung, der meinen IPOD regelrecht entjungferte, die Herren ivalo, aba und sandmann berichteten über Technik, Cachen ohne Auto, Misserfolge und über die Vor- und Nachteile von Alan, Gecko und PDA.
Von da an ging es Schlag auf Schlag! Ich kaufte mir ein GPS-Gerät (Garmin Etrex-Venture), erzählte Freunden & Familie von meinem neuen Hobby und infizierte sie (so manches Mal) ebenfalls mit dem bekannten Virus. Die ersten Dosen unserer Region wurden zusammen gesucht und die Begeisterung riss nicht ab.
Im März dieses Jahres war dann die Zeit gekommen um die erste Dose selbst zu verstecken. Es war damals nichts spektakuläres, ein kleiner Mikro. Kurze Zeit später aber kribbelte es in den Fingern, ich wollte etwas Besonderes verstecken. Wochenlang überlegte und plante ich einen Multi-Cache, lief die Strecke mehr als ein Dutzend Mal ab, bastelte Tarnverstecke, schrieb eine kleine Geschichte – welche als Cachebeschreibung dienen sollte, und machte immer wieder “Sandkastenspiele”. Schließlich wurde dann im April 2008 der Cache “Die Olsenbande stellt die Weichen” (GC1BJ3N) sowie sein kleiner Bruder (GC1BJ1Y) endlich veröffentlicht.
Bis zum heutigen Tage hat dieser Cache, das Flagschiff unter meinen zwölf gelegten Dosen, 15 Logbuch-Einträge gesehen. Überrascht war ich besonders darüber, dass dieser Cache (GC1BJ3N) anscheinend in der lokalen Cacherszene für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Sächsische Geocache-Urgesteine wie Special K. oder auch Lindolf (u.a.) machten sich auf den Weg nach Torgau um nach der Dose, Kjelds Hebammentasche, zu suchen und reflektierten u.a. ihre Eindrücke für mich mit eindrucksvollen Logeinträgen.
Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, hier zu Hause am heimischen Rechner zu sitzen und zu sehen, wie sich die Investitionen, besonders bei diesem Cache, gelohnt zu haben scheinen und die Leute Spaß und Freude bei der Suche haben. Ich bin wirklich gespannt, wie sich der Cache “Die Olsenbande stellt die Weichen” beim Wettbewerb “Leipziger Cache des Jahres 2008″ schlagen wird!
Und heute? Inzwischen sind viele Dosen hinzugekommen. Gerade vor ein paar Tagen habe ich begonnen, die ersten Caches aus einer Reihe zur Festungsgeschichte der Stadt Torgau zu veröffentlichen – weitere sind in Planung. Bei diesem Projekt stehen historisch interessante Orte der alten Festungsanlage Torgau im Mittelpunkt. Ich kann versprechen, es gibt viel zu entdecken, für den ein oder anderen mehr als nur ein paar Dosen.
Am Ende dieses Beitrages angekommen, stelle ich mir immer und immer wieder die Frage ob es eigentlich eine gute Idee war, in einen Gastbeitrag für das Dosenfischer – Blog, so viel über mich selbst und über meine Heimatstadt zu schreiben? Ob die Art & Weise, diese Selbstreflektion überhaupt legitim ist? Und während ich hier sitze und über DIE Schlussfrage philosophiere, im Hintergrund läuft gerade “Es war eine sonnige Nacht” von der zweiten Tomte – Platte, drücke ich auch schon auf den SENDEN-Button. Sincerely Hans Fallada…
Es war einen sonnige Nacht (Text: Tomte)
Wir saßen an einem künstlichen See
vor einem Cafe
Da ist Salz auf deiner Jacke, von mir
Das Leben ist so hart,
es sollte ein Job sein,
man sollte Geld dafür bekommen
dass man es schafft
Aber es macht alles Sinn,
es passt alles ineinander
Und ich gehe meinen Weg
In meinem gottgehassten Leben
Mach dir keine Sorgen, der Schlaf
überkommt dich so oder so
Bitte denk an Morgen
Es war eine Sonnige Nacht
Ich kaufe Blumen, für meine Mutter
Ein Freund sagte mir: “Ich fahr zu dem Konzert
das so wichtig für dich wäre.”
Sie wusste das und rief mich an
und hielt ihr Mob einfach in den Sound,
in den Raum.
In einem Anflug von Vernunft
entschied ich mich, den Stimmen zu verschreiben
die mich steuern.
Mach dir keine Sorgen, der Schlaf
überkommt dich so oder so
Bitte denk an Morgen
—————
Wie Hans Fallada kann ich Tomte ziemlich gut leiden. Sein Blog kenne ich, weil wir nach einigen Kommentaren gemailt haben und ich natürlich neugierig war, was jemand mit so einem schönen Nick zu erzählen hat. Wenn ich an Torgau denke, mit Verlaub, fallen mir nämlich sofort diese trockenen Büschel ein, die in Western-Filmen immer durch die verlassenen Städte gewindet werden. Aber das ist nur mein durch nichts begründetes Vorurteil. Cachen jedenfalls kann man in und um Torgau und nachlesen kann man einiges davon bei Hans.

[...] macht schön” von Oschn Das Sonntagsrätsel von Thomas O tempora, o mores von Mortimer B. Lockruf der Dosen von Hans [...]
[...] auf den ehrwürdigen Seiten der Dosenfischer ein. Auch ich hatte die Ehre ein paar Worte in einen kleinen Artikel auf http://www.dosenfischer.de veröffentlichen zu dürfen. Dafür möchte ich Danke sagen, es hat Spaß [...]
Sehr schöner Text, ein schönes Beispiel, wie es bei vielen wohl mal angefangen hat.
So, jetzt sollten es noch ca. 1200 Kommentare bis zu den 5000 sein. wer macht mit die noch zu erreichen ?
Hallo Matzotti, ich danke Dir!
Bei wem wars eigentlich ganz anders und wenn ja – wie wars bei Euch?
Was die 1200 Kommentare betrifft, ich glaube da müssen wir wohl die Segel streifen, das schaffen wir nicht mehr, zumindest nicht in einer guten Qualität. Aber nichtsdestotrotz, was für ein wunderschönes Wort, bleibt es ein lohnenswertes Ziel.
Viele Grüße aus der Stadt mit den trockenen Büscheln aus dem Western-Filmen. hans
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