Probeliegen an Hannovers Rotem Faden

29. August 20088 KommentareEiner von 59 Beiträgen von ivalo

1 Multi, 2 Mysteries, 5 Tradis und 5 DNFs. In Zahlen ausgedrückt war das mein Nachmittag in Hannover. Ich könnte es aber auch anders ausdrücken: boah, Wahnsinn! Geschafft und glücklich, ein erfüllter Cachernachmittag.

Meine Gazelle war daheim in Schwerin, so lieh ich mir am Morgen ein Deutsche-Bahn-Leihfahrrad am Hauptbahnhof. Kostet 9 € für 24 Stunden, da kann man nicht meckern. 3 Tage Dienstaufenthalt in Hannover, ein Tag davon ganz frei, der gehörte mir und meinem neuen Map60.

Zum D-Tour Hannover

Richtung Herrenhäuser Gärten

Eine schöne Runde durch den Stadtteil List mit Stadtwald Eilenriede sowie einen Ausflug zum „Deutschlandtour Hannover“ (mein 5. D-Tour!) an den Herrenhäuser Gärten, einem der größten Barockgärten Deutschlands, hatte ich schon hinter mir, bevor ich den klassischen Stadtrundgang „Der Rote Faden“ angehen wollte.

Der Rote Faden ist eigentlich eine auf das Pflaster aufgepinselte Linie, ein großer geschlängelter Kreis durch die Innenstadt. Ein offizieller Stadtrundgang mit vielen Stationen. Ich besorgte mir bei der Stadtinformation am Bahnhof, wo der Faden auch Anfang und Ende hat, für 2,50 € das Heftlein. Zum Lesen kam ich allerdings kaum, da ringsrum genug passierte. Der kleine Stadtplan im Heft mit den eingezeichneten Stationen sollte sich aber als sehr nützlich erweisen. Natürlich macht der Cachetourist nicht irgendeinen klassischen Stadtrundgang, klar, oder?

Der Rote Faden

So fängt der Rote Faden an

Powersearcher hat aus dem roten Faden nämlich einen sehr aufwendig und liebevoll gestalteten Multi gebastelt, mit einigen abenteuerlichen Überraschungen. An 35 von 36 Stationen des Rundgangs gab es eine Station des Caches, meist eine Frage oder ein zu suchendes Detail. Aber es war kein gewöhnlicher Abzählmulti, die Fragen waren vielseitig ausgewählt und manchmal ganz schön knifflig. Wo es zu knifflig wurde, half ein kleiner Hint, schließlich will man nach 35 Aufgaben, aus deren Lösung die Koordinaten von zwei Vorfinalmysteries zu berechnen waren, nicht mit leeren Händen dastehen. Die Stationen führten an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei und lagen alle recht dicht beisammen. Mein Fahrrad war mir vor allem dort eine große Hilfe, wo es einige hundert Meter abseits des Fadens Tradis zu heben gab. Zur Routenplanung, wie ich manchmal zu spät feststellte, ist es allerdings hilfreich, den weiteren Verlauf des Multis zu überprüfen, bevor man zu einem Wegpunkt losdüst, nur weil er gerade mal nur 250 Meter entfernt ist. Einige sieht man früher oder später nämlich wieder.

Idyllisch für Enten

Entenidyll hinterm Neuen Rathaus

Beeindruckend: eine ausgebombte Kirche, von der nur Turm und Aussenwände stehen, dort eine Friedensglocke aus Hiroshima, 4 Modelle der Stadt Hannover von1700 nochwas, 1939, 1944 und von heute, das älteste Fachwerkhaus Hannovers und die 79 Rathaustürmchen, oder waren es 85?

Links und rechts des Weges fand ich eine Probeliege, ein Idyll für Enten, 7 schlaue und mutige Männer aus Göttingen (die G7?), Kunst und ein Tier, das schlau sein soll. Nicht finden konnte ich Waterloo, die 2, St. Clemens und noch zwei Mal Kunst, habe aber auch nicht soo ausgiebig gesucht, wie ich gesucht hätte, wenn ich sie unbedingt hätte heben wollen, außer bei St. Clemens, Mist, mit Spoilerbild ist der aber noch zu holen!

4 Stationen

Vier Stationen auf einen Blick

4 Stunden nach Losradeln am Hauptbahnhof kam ich ebendort wieder an. Ich war um 35 Zahlen reicher aber nicht, wie erhofft, viel gebildeter, was die Historie dieser überraschend hübschen aber auch erwartet häßlichen Landeshauptstadt angeht. Schon ein wenig, aber nicht so richtig. Die Zahl der Ornamente interessierte mich meist mehr, als deren Bedeutung. Der Cachingfilter auf die Welt war allzeit aktiv. War aber nicht schlimm.

rot weiß gestreift

Roter Faden rot-weiß gekreuzt

Ach, so, dann ging es natürlich erst los, das Rechnen bzw. nur das Koordinatenbasteln. In der Markthallenpassage ein großes Alster bestellt und losgelegt. Bei 35 Zahlen, da kann man sich doch locker mal vertun, oder? Zwei Mysteries waren anhand der Ergebnisse der Stationen zu bestimmen, recht straight, jede Koordinate ergab sich aus einem Ergebnis. Und: die Koordinaten zeigten sich auf der Karte auf meinem 60er als sehr freundlich. Nicht zu weit weg, eine an einem Weg und die andere an einer Bebauungsartgrenze. Das macht Hoffnung. Ich stürzte das restliche halbe Alster hinunter und schwang mich auf mein DB 5256. Achtung Spoiler: es war eine Weise Entscheidung, die Mysteries numerisch anzugehen.
#1. Ich umkreiste es und umkreiste es und stieß immer auf Mauern/Wände/unüberbrückbare Naturhindernisse. Weinen wollte ich schon! Doch im Zweifelsfall hilft Technik. Dann eben Karte vor Intuition und so fuhr ich einen weiten Bogen und von hinten ins Ziel. Und wer sagt’s: genaue Koordinaten und ein fast klassisches Versteck. #1 ist meins.

Keine Zeit zum Feiern: Nr. 2! Auf dem Weg kannte ich inzwischen Dank meiner DNFs und Koordinatenhüpfern schon jede Ampel! Und zwar gut.
Ach, ivalo, sagte die Ampel, Du schon wieder!
Ich grinste verlegen und wartete meine Portion Zeit und den Autostrom aus fünf Richtungen ab, bis ich endlich weiter durfte, nach N 52° [S22][S19].[S4][S31][S30], E 9°[S5][S11].[S7][S8][S18]. Übrigens kam ich fast an „2“ vorbei, was ich erst jetzt, da ich die Chroniken verfasse, als bemerkenswert feststelle.

Dort angekommen, wo mein 60er noch 1 m zeigte, musste ich mich vor einem Dauerparkbankmuggel verstecken, aber das Versteck war am Ziel schon mitgeliefert. Praktisch. Und tatsächlich: auch #2 war dort, wo ich ihn hingerechnet hatte. Ich klopfte mir vor unermesslichem Stolz auf meine Schulter. So, reicht, weiter: Finale! Was, 79 Meter weg? Das geht doch gar nicht! Na gut, Straßenmöbel auf meiner Lieblingskreuzung, warum nicht? Großzügige Reviewer hier! Hm, nix. Hm, auch nix, hm, nochmal nix, Mist. Kram das Listing raus, stimmen alle Lösungen? Bei einer bin ich unsicher, fahr ich da noch mal hin? 370 Meter? Aber die kann doch nur in eine Richtung falsch sein, oder? Komm, eine Spontanvariation: auch vernünftige Koordinaten. Ich hin, war auch nicht weit weg. Klassisches Versteck. Fast schon dunkel, ich Danke dem Gott der Vorsehung, der mich heute früh beim Verlassen meines 465ers im Augenwinkel meine Taschenlampe hat sehen und greifen lassen.

Da hatte ich ihn. Den Suppentopf von Tupperdose mit Goldschätzen von Ü-Ei-Krempel drin! Hintenrüberkippen vor Erschöpfung wäre jetzt fatal gewesen, in die Luft springen vor Glück ebenfalls. So tat ich, was zu tun noch blieb, leistete artig meine Unterschrift und glitt leise und erfüllt auf meinem braven Ross gen Stall.

Hannover ist eine Reise Wert, soviel ist klar. Nicht nur für die vielen wundervollen Schätze, die ich in 2 Tagen gehoben habe, auch für die vielen, vielen, die es hier noch zu entdecken gibt. Ein weites Feld: hier liegen 5/5er Tradis, geheimnisvolle Multis und viele spannende Mysteries, bei denen das Lesen des Listings schon viel Spaß gemacht hat. Hier würde ich gern mal 2 Wochen herumziehen und ganz sicher dabei ein paar tolle Abenteuer erleben.

8 Kommentare »

  • prof.Bolz sagt:

    Dank meiner umfassenden Watchlist wusste ich schon etwas früher, dass der Herr ivalo hier bei uns in Hannover unterwegs war.
    Das ist doch immer wieder schön, wenn man dann einen Namen liest, den man bis jetzt nur aus einem Blog und Podcast kennt.

    Und was für ein schöner Bericht, der aber bestimmt doppelt so interessant ist, wenn man die Caches schon alle kennt, die da absolviert wurden. Ich hatte ja schon fast ein bisschen auf eine Erwähnung im Blog gehofft, als ich sah, dass der Autor dieses Berichts sich sogar an den Roten Faden gewagt hat.
    Und umso schöner, dass der Besuch hier in Hannover so gut gefallen hat :-) .
    Außerdem sind das grandiose Bilder! So habe ich Hannover auch noch nicht gesehen.

    PS. Ich kann den Bericht ja soooo gut nachvollziehen, mir ging es oft genau so…
    PPS. Ich habe für den Roten Faden 3 Anläufe (1 Tag Runde abgehen und ersten Mystery, 1 Tag zweiter Mystery, 1 Tag Final) gebraucht. Aber ich war auch zu Fuß unterwegs…

  • ivalo sagt:

    Das freut mich, vielen Dank, das war sicherlich nicht mein letzter Cachingtag in Hannover. Die DataMatrix würde ich sehr gern mal angehen, die scheint zeitintensiv mit notwendigem Wiederbesuch zu sein, da weißt Du ja schon was von, …

  • prof.Bolz sagt:

    Hehe, wer die an einem Tag löst, macht höchstwahrscheinlich was falsch oder illegal.
    Anfang Oktober steht bei uns das Final an, soviel darf gesagt sein. Aber naja…zeitintesiv…je nachdem wie man’s wie oder wie schnell man ist.
    Wenn du die bis dahin gemacht hast, kannst du ja mitkommen. Kommt natürlich drauf an, wie oft du demnächst in Hannover bist.
    Aber in jedem Fall ist das Final – ich weiß ja schon wo es ist – ein absoltes Highlight :-)

  • Hamelenser sagt:

    Hey genial, ein bekannter Schweriner in meiner derzeitigen Wohnstadt. Danke für die schöne Beschreibung. “überraschend hübschen aber auch erwartet häßlichen Landeshauptstadt” — besser kann man es kaum ausdrücken. Tröste Dich, “Waterloo” und “2″ sind auch nicht unbedingt für den Tagesaufenthalt geeignet. Wenn Du die als Ortsfremder mal eben so nebenbei an einem Cachingtag mitgenommen hättest, müsste ich jetzt vor Dir in Ehrfurcht erstarren. St.Clemens ist aber eigentlich easy (und einer meiner FTFs :) ). Dann müssen wir wohl mal demnächst bei Euch in Schwerin cachen kommen, was? ;)

    (Beitrag geschrieben von unterwegs mit meinem neuen Eee PC 901 – *angeb* ;) )

  • prof.Bolz sagt:

    Ich glaube, St.Clemens ist nicht mehr ganz so einfach wie zu Beginn mal. Die Dose ist vermutlich etwas unglücklich gewandert und nur schwer zu erkennen, geschweige denn zu bergen. Ich brauchte zwei Werkzeuge dafür!!
    @ivalo: Wie sieht’s bei dir eigentlich mit dem Kalten Reifen aus? Wo wir schon bei “Caches to do” in Hannover waren. Ich frage nur mal Interesse halber.

  • ivalo sagt:

    @ Hamelenser: Schwerin ist in jedem Fall ein Cachebesuch wert! Gerne für ein paar Tipps melden!
    Bei Waterloo hab ich’s mir gedacht, die 2 schien lösbar. Bei Clemens habe ich leider erst später das Spoilerbild gesehen, da war mir klar, wo ich noch besser hätte suchen müssen und wie, leider hab ich es am nächsten Tag nicht mehr geschafft nochmal hinzufahren.

    @prof. Bolz: vom kalten Reifen habe ich schon gehört, obwohl er mir bei meinen Hannoveraner Recherchen nicht begegnet ist. Ich denke, den werde ich bei einer nächsten Hannover Tour auch probieren (wenn die Wunschliste dann nicht schon zu lang ist!) Hast Du den schon geholt?

  • cyberberry (Lilly) sagt:

    Da stimme ich dem ivalo VOLLKOMMEN zu! Wir sind jetzt schon 2x von Stuttgart angereist und nie enttäuscht worden! Und im Herbst kommen wir zum dritten Mal.

    Wenn du in die Gegend kommst, dann mache auf jeden Fall die ArDo Caches!

  • prof.Bolz sagt:

    @ivalo:
    Den Kalten Reifen hab ich schon, ja. Ist aber quasi ein Muss hier in Hannover…
    GCZR17, falls du mal nachgucken möchtest.
    Ich würde sagen, schnapp dir den Sandmann und den aba und ab geht’s nach Hannover zum Kalten Reifen!! ;-)

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