Cachen in England, Teil 2 (The Castle is a Church!)
Diese Woche verschlug es mich wieder nach England. Ich durfte auf einem Seminar im schönen und altehrwürdigen Rathaus von Reading (gesprochen: Rädding), einer Stadt etwa 30 bis 45 Busminuten westlich von London Heathrow gelegen, einen Vortrag halten. Mein Terminplan und die Auslastung der Flüge ergaben, dass ich zwei Übernachtungen in dieser, für mich erstmalig besuchten, Stadt hatte. (Ja, ich reiste über das neue und in die Schlagzeilen geratenen Terminal 5. Nein, ich hatte dabei keine Probleme: pünktlich und mit meinem Gepäck.) Dieses Mal hatte ich keinen Erfolgsdruck, bezüglich Geocaching. Also wagte ich mich an Multis heran und suchte mir drei einfache in der Nähe meines Hotels heraus, deren Beschreibung ich ausdruckte und die Koordinaten auf unser GPS übertrug.
Nach dem Seminar erhielt ich die Empfehlung, zum Einkaufen in die Shopping Mall zu gehen. Als Geocacher kannte ich jedoch eine schönere Art, eine Stadt zu entdecken. Das versprochene Mitbringsel für die Kinder bekomme ich notfalls auch auf dem Flughafen.
Der erste Cache befand sich etwa 700 m vom Rathaus entfernt, mein Hotel hingegen über einen Kilometer. Also beschloss ich, nicht ins Hotel zu gehen um mich umzuziehen, sondern im Anzug, in unbequemen Schuhen, mit Notebook-Computer und Seminarunterlagen mich auf den Weg zur ersten Station zu machen, die sich genau in der entgegengesetzten Richtung zum Hotel befindet. Leider hatte ich keine Karte von Großbritannien für mein GPS. Aber Zeiger und Wege führten mich dann doch besser als erwartet zur gesuchten Plakette mit den Daten. Schön, dass es da auch noch eine Bank gab. So konnte ich bequem und in aller Ruhe die Final-Koordinaten berechnen. 1,5 km! Das kann nicht sein! Noch mal die Daten überprüft und neu gerechnet. So oft ich diesen Vorgang auch wiederholte, es blieb dabei: 1,5 km, und das auch noch in die Richtung weiter weg vom Hotel und den anderen beiden Caches. Egal, einfach anfangen. Im schlimmsten Fall werde ich nur einen schönen Spaziergang gemacht haben, alle mal besser als Einkaufen gehen. Und so hatte ich einen sehr schönen, 1,8 km langen Spaziergang entlang der Themse.

Nach 22 Minuten war ich an den Final-Koordinaten und konnte dort dann tatsächlich eine Filmdose finden. Der Owner oder ein anderer Finder vor mir deponierte in weiser Voraussicht in dem Winzling auch noch Pflaster. Ich war für einen Moment lang tatsächlich versucht, davon Gebrauch zu machen, aber so schlimm war es dann doch nicht mit meinen Füssen in den nur sehr bedingt Geocaching-tauglichen Schuhen.
Ein weiterer Multi war nur 340 m vom Hotel und beide von meiner aktuellen Position etwa 2,9 km Luftlinie entfernt. Also genoss ich einen weiteren sehr schönen Spaziergang an der Themse zum nächsten Cache.

Unterwegs traf ich auf Brücken, Hausboote, Inseln, Schleusen, Wehren und einem kleinen „Urwald“. Leider verpasste ich es, das Stück Amazonas mitten in England zu fotografieren.
Nach 4,1 km und 55 Minuten erblickte ich eine Burg oder ein altes Schloss, wie ich mir so etwas in Schottland vorstelle. Ein Blick auf mein GPS verriet mir, dass es nur noch 60 m bis zur ersten Station sind. Dort angekommen, musste ich feststellen, dass das Schloss kein Schloss ist, sondern eine Kirche. Der zweite Wegpunkt befand sich auf dem dazugehörigen Friedhof, an dem, wie beim ersten, nichts versteckt, sondern jeweils eine Frage zu beantworten war, um die Final-Koordinaten berechnen zu können. Der Cache war außerhalb des Friedhofs im zur Kirche gehörenden Park am Ufer der Themse versteckt. Das Suchen erwies sich als etwas schwierig, da gerade zwei Bier trinkende Muggels das Versteck „bewachten“. Aber irgendwann war das Bier ausgetrunken und die beiden Männer verließen diesen romantischen Ort. Das war meine Gelegenheit. Eine Vermutung hatte ich bereits, und tatsächlich, da lag die Filmdose.

Das war eine wirklich schöne Entdeckungstour durch Reading, die ich ohne Geocaching bestimmt nicht gemacht hätte. Die Geschenke für Tjark und Neeltje habe ich dann am nächsten Tag, als ich auf meinen Bus nach Heathrow wartete, gekauft.

Sehr schön! Es freut mich, von weiteren Cachingtouren zu lesen, da scheint unsere Arbeit uns ähnliche Möglichkeiten zu bieten!
Danke! Es ist schon schön, dass man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann.
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Kathi: Also so ganz hatte ich den Sinn von dem QR-Aufkleb...
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Klaus: Potacken? Ich persönlich sage das nicht, aber hier in...
BestHafr: Heute wurde bei uns in der Gegend der Cache...
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