Reviewer: Immer wieder Kleinkrieg

15 Februar 2008 11 KommentareEiner von 473 Beiträgen von sandmann

Reviewer sind so etwas wie die Verkehrspolizei, nur dass sie nicht im echten Geocaching-Straßenverkehr unterwegs sind und die Kelle schwingen, sondern bei geocaching.com Mails und Notes schreiben. Reviewer schauen sich Geocaches an, die für die Veröffentlichung auf geocaching.com vorgesehen sind, schätzen ein, ob Caches den Regeln entsprechen, geben den Ownern Tipps und Verbesserungsvorschläge und wenn für sie alles ok ist, veröffentlichen sie den Cache. Reviewer archivieren aber auch Caches, die trotz Nachfrage nicht mehr gepflegt werden und im äußersten Notfall sperren Reviewer unbotmäßige Nutzer. Reviewer bleiben in der Regel unerkannt – die Accounts, unter denen sie ihre Caches loggen sind andere, als die, die sie für ihre Reviewertätigkeit nutzen. Insofern sind Reviewer vielleicht doch gar nicht so sehr wie Verkehrspolizisten, denn die tragen ja Namensschildchen, sondern mehr wie die freundlichen Schlapphüte vom Geheimdienst. (Bei jedem Cachertreffen, davon ist auszugehen, sind Reviewer dabei, aber man kennt sie nicht. Abgefahren, wa? Dein bester Geocachingkumpel könnte Reviewer sein und Du weißt es nicht. Irre, wa?) Reviewer an sich sind eine gute Einrichtung, denn sie halten geocaching.com frei von allzu merkwürdigen Cache-Ideen und arbeiten, das ist noch wichtig zu wissen, unentgeltlich, also im Ehrenamt.

Natürlich gibt es immer wieder Zankereien zwischen Nutzern und Reviewern. Nicht jede Entscheidung eines Reviewers ist für jeden Nutzer nachvollziehbar, nicht jede Regel von geocaching.com ist so eindeutig, dass es nicht noch Spielräume gäbe. Wie und wann diese genutzt werden, ist ganz besonders Ziel der Kritik. Ebenfalls für Unmut sorgt der Umstand, dass Reviewer vollgepumpt mit Herrschaftswissen durch die Welt laufen – sie kennen alle guten Caches schon vorher, sie können ihre eigenen Caches freischalten… Ob sie von diesem Herrschaftswissen Gebrauch machen oder nicht sei dahingestellt, aber wie in jedem guten Streit, traut man dem Gegenüber schonmal einiges zu…

Ich selbst hatte zwei kleine Diskussionen mit Reviewern. Einmal unterschritt mein Versteck den vorgeschriebenen Abstand von 45 Meter zum nächsten Bahngleis, einmal war mein Versteck zu nahe an dem Wegpunkt eines Multicaches. In beiden Fällen bin ich bis heute der Meinung, dass diese Caches eine Bereicherung für die Gegend gewesen wären und zu Unrecht nicht frei geschaltet wurden. Den Bahngleismikro hab ich entsorgt, die andere Dose liegt sogar noch, auch wenn sie so niemand finden wird. Noch habe ich mich nicht dazu durchgerungen, opencaching.de zu nutzen, denn ich hätte gern eine einzige Plattform fürs Geocachen und möchte Redundanz vermeiden.

Das alles aber ist Vorrede beziehungsweise für jene gedacht, die sich noch nicht so mit dem System hinterm Geocaching auskennen. Denn eigentlich gings mir darum: Angestiftet durch diese kleine Satire von ksmichel hab ich mich mal mit dem dazugehörigen Cache und der Diskussion im Geoclub beschäftigt und bin auf eine außergewöhnlich schöne Werbeidee gestoßen. Was nämlich liegt für opencaching.de näher, als genau den oben skizzierten Ärger mit den Reviewern für ihre Zwecke zu nutzen.

Ausdrucken, falten, kleben und vor jedem Veröffentlichungsversuch benutzen.
Großartig, oder? Wie immer man zum Reviewersystem steht, aber das ist großartig.

11 Kommentare »

  • D-Buddi sagt:

    tut mir leid, aber dem Niveau kann ich jetzt nicht mehr folgen. Auch mit Reviewern kann man reden, klappt das nicht wendet man sich halt ggf. an gc.com. Also ich hab bisher immer alles relativ problemfrei lösen können. Obiges führt meiner Meinung nach nur zu einer Verhärtung der Fronten und, nicht bös gemeint, hat irgendwie was kindisches, was ja dann aber wieder zum Hobby passt ;-)

    MfG Jörg

  • sandmann (Autor) sagt:

    Och komm – das ist Wettbewerb. Wettbewerb der Plattformen… Ich finde die Werbeidee nach wie vor grandios, denn sie schaut dem Volke aufs Maul und macht was aus den bestehenden Vorurteilen. Als selbst mit Werbung Beschäftigter kann ich da nicht anders als angetan sein…

    Meine persönlichen Erfahrungen und auch schwelende Streitereien anderer sind in dem Zusammenhang absolut unwichtig. Ich wollte meine Erfahrungen nur deshalb einbauen, damit hinterher keiner sagt, ich hätte da ja eigentlich ein privates Hühnchen zu rupfen, würde das aber nicht deutlich machen…

    Aber ich hab gar kein Hühnchen zu rupfen, denn – und das weiß ich ja – wenigstens bei einem Cache hätte ich mit Hartnäckigkeit eine Freischaltung erreichen können, aber das war mir zu nervig… roch zu sehr nach Bettelei… und ich sehe es im Grunde wie Du – man kann und muss miteinander reden. Verhärtete Fronten nützen niemandem. Aber soviel Humor, dass sie über den Würfel schmunzeln können, werden Reviewer doch haben, oder?

  • Marco Dalke aka xibalba01 / Fan N°2 sagt:

    Mich wundert, dass da noch nicht mehr Leute drauf gekommen sind:
    Mir war vor kurzem ein Cache zu dicht an der von mir auserkorenen Position meines neuene Caches. Der andere ist nur bei GC gelistet, meiner ist ein “OC only”.
    Da eine Verwechslung vor Ort sicher ausgeschlossen ist leben beide Caches friedlich ´nebeneinander´ vor sich hin.

    Mist, jetzt habe ich den Faden verloren; wo war gerade noch euer Problem? ;-)

  • theped sagt:

    Zitat: “Aber soviel Humor, dass sie über den Würfel schmunzeln können, werden Reviewer doch haben, oder?”

    Wenn’s das erste Mal wäre, sicherlich. Aber wenn es immer nur auf Kappe der Reviewer geht, vergeht denen sicherlich auch mal der Humor..

  • sandmann (Autor) sagt:

    Naja… es gibt ja durchaus auch eine Menge Leute, die gut über Reviewer reden. Dass ihr Tun nützlich und nötig ist – das ist unbestritten. Sie sitzen halt an neuralgischer Position – dass es da jede Menge Reibung gibt, ist doch logisch. Ist echt kein Schönwetterjob… Mich persönlich interessiert ganz im Ernst: Was ist die Motivation dafür? Vielleicht erfahre ich ja hier noch was drüber.

    Ich würde mich in jedem Fall bemühen, Dinge wie den Würfel da sportlich zu nehmen – hat ja mit soviel geballten Vorurteilen auch eigentlich ein eingebautes Augenzwinkern…

  • Marco Dalke aka xibalba01 / Fan N°2 sagt:

    Ladet doch mal einen Reviewer zum Interview, dass wäre sicher sehr interessant und würde bestimmt auch vieles klären!

  • sandmann sagt:

    Darüber denken wir schon eine Weile nach, aber noch ist uns niemand über den Weg gelaufen.

    Ich könnte mir so wie Du vorstellen, dass so ein veröffentlichtes Gespräch viel Klarheit schafft. Ich meine, so etwas gibt die Möglichkeit Verständnis zu erzeugen für die Sicht des anderen. Ich würde mich sehr freuen, wenns dazu käme…

  • rehwald.eu - der Geocaching-Blog» Blogarchiv » DDFMHIUMR sagt:

    [...] soll er bedeuten? Eigentlich geht diese Aktion auf einige aktuelle Vorgänge im grünen Forum, und entsprechenden Beiträgen bei den Dosenfischern, zurück, bei denen es darum ging, warum und weshalb bestimmte Caches von den Reviewern nicht [...]

  • LIFEKID sagt:

    Reviewer…die (oder zumindest zwei davon) scheinen in letzter Zeit sehr viel eigene Auslegung in die GC-Regeln zu bringen.

    Habe akute Unstimmigkeiten und es gab Unstimmigkeiten.
    Höflicher Ton, kein Problem, aber wenn der Reviewer seine Meinung hat steht man auch mit gutem Ton dumm da.

    Da ich mein aktuelles Problem auch im grünen Forum gepostet habe sind verschiedene stimmen dazu gekommen.

    In diesem ganzen hin und her wurde etwas von nicht öffentlichen Regeln gesagt und der Reviewer hat auch dazu sein Statement abgegeben (es gibt wohl wirklich soetwas, aber nur für GC intern).

    Es gab ja Mailkontakt von den Dosenfischern zu einen Reviewer der dann im Podcast veröffentlicht wurde.

    Könnt ihr da noch mal nachfassen was diese internen Regeln, die sich ja scheinbar auch auf die öffentlichen Regeln auswirken, betrifft.

    Warum es Regeln gibt die zur Bewertung herangezogen werden aber nur die Reviewer kennen?

    Was soll das?

    Grüße

    LIFEKID

  • Carsten sagt:

    Wie oft muss dir noch gesagt werden, dass dein Problem zu appeals@groundspeak gehört? Das grüne Forum wird dir da nicht weiterhelfen und die Dosenfischer auch nicht. Über die internen Regeln wirst du auch nichts erfahren, da sie nun mal intern sind. Wir alle wissen, dass es unsinnig ist, es ist aber so. Da habe ich mit JMF und DonCerebro schon im April drüber diskutiert, als wir uns spontan mal getroffen haben. Die beiden sehen das genauso im Grunde genauso, müssen sich aber trotzdem an die Vorgabe halten, die internen Anweisungen nicht publik zu machen.

  • LIFEKID sagt:

    @Carsten

    Hab da inzwischen schon was vorbereitet, aber bevor ich weiter oben klingel, will ich es doch auf der allerersten Ebene versuchen. Also direkt mit dem betreffenden Reviewer.
    Warum er nur so reagiert wie er reagiert wieß ich nicht.

    Wollte hier auch nicht eine Diskussion aus dem grünen Forum hierher verfrachten sondern lediglich die Frage nach diesen internen Regeln Fragen, da ich davon nun das erste Mal gehört habe und scheinbar direkt davon betroffen bin.
    Da es diese offensichtlich gibt stellt sich mir aber wieder die Frage ob die Community da sich von GC nicht ein wenig bevormunden läßt.
    Es gibt Regeln die keiner erfahren darf aber man muß sich daran halten….sehr merkwürdig.

    Und nochmal für die Dosenfischer (an dieser Stelle gruß nach Schwerin und auch an die Doppel-O-Agenten):
    Will hier keine Diskussion aus dem grünen Forum hierher holen, sondern nur die Frage nach diesen nicht öffentliche Regeln stellen.

    Wurde ja nun durch Carsten benantwortet.

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