Wir nennen es Dosenfischen

Geocaches mit Georate bewerten

Na das scheint mir ja eine ganz großartige Sache zu sein: www.georate.de bietet unter der GNU/GPL License ein System, das es ermöglicht, Geocaches in den Kategorien Beliebtheit, Schwierigkeit und Gelände zu bewerten. Dafür muss der Owner nur einen Code-Schnipsel in seine Cachebeschreibung kopieren – auf seinem und auf dem Rechner der Nutzer muss Java installiert sein. Besonders schön finde ich, dass man sich da nirgendwo anmelden muss, sondern dass ein Cache, nachdem der Code integriert ist, automatisch ins Bewertungssystem Georate eingebunden ist. Dabei werden nur Daten verwendet, die eh jedem frei über die geocaching.com-Website zur Verfügung stehen.

Mit Georate wird nicht nur geocaching.com eine wichtige Community-Funktion hinzugefügt, die Wertungen für Terrain und Schwierigkeit erhalten auch endlich ein Korrektiv. Ich bemerke es ja bei mir selbst: Es ist verdammmt schwierig, die Sternchen richtig zu setzen und auch die Helfertools liegen oft genug in ihrer Bewertung daneben. Nun kann der Sucher nach der Tour sagen, wie er diesen Cache empfand – wars ein Gewaltmarsch, der durchaus eine höhere Wertung verdient, wars eine endlose Suche nach der Nadel im Heuhaufen und der Owner war etwas vorsichtig mit seinen Vorgaben? Zwei Klicks und die eigene Meinung ist gesagt. Aus diesen Wertungen ließe sich, so schreibt der Georate-Macher, natürlich auch Listen der bestgewerteten Caches erstellen.

Ein paar Fragen bleiben noch: Was zum Beispiel passiert, wenn die Georate-Datenbank mal nicht zu erreichen ist? Verzögert sich dann die Auslieferung der Beschreibungsseite? Und wie lassen sich die gesammelten Daten für PaperlessCaching nutzbar machen? Groundspeak wird sie ja wohl kaum in ihre gpx-Dateien einbinden, oder? Und was passiert, wenn der Dienst, was wir nicht hoffen wollen, vom Initiator nicht mehr betrieben wird bzw. werden kann? Und was ist mit der Manipulierbarkeit der Datenbank – ist da alles auf Nummer sicher?

Ich bin gespannt, ob das System angenommen wird und ob Groundspeak das Ganze in Ordnung findet…

via geocaching-sh.de

Nachtrag: Ich habs grad mal ausprobiert – bei mir ist im aktuellen Firefox trotz Java nichts zu sehen. Safari meldet einen Fehler beim Laden des Java-Krams…

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20 Kommentare

  1. Zunächst erst mal vielen Dank für den durchaus positiven Artikel.

    Zu den Fragen kann ich nur folgendes sagen:
    Ich habe Freude am Geocachen, auch wenn ich nicht ein Cache-Jäger bin der jedes Wochenende unterwegs ist. Ausserdem entwickele ich beruflich Software. Das es keine Funktion für ein solches Rating gibt, hat mich eifach gewurmt und die vorhandnen Ansätze fand ich zu unsicher oder zu kompliziert. Also hab ich mir GeoRate überlegt. Wie schon von Dir/Euch aufgeführt liegt sein Vorteil in der Einfachheit. Script in Cache-Beschreibung kopieren und fertig. Im Gegensatz zu Foren mit Caches of the Month/Year oder gar Cachen wo man seine Favoriten im Log eintragen soll, ist die Form die über GeoRate realisiert wird einfach repräsentativer. Es spielt letztlich nicht mal eine Rolle, ob es 10000 Owner platzieren oder nur 10. Denn jeder Cache wird zunächst doch durch einen Cacher speziell für sich allein bewertet. Alles andere (Forum, Sammel-Bewertungs-Cache) ist nicht repräsentativ und dazu noch unübersichtlich.

    Du wirfst auch schon ein paar Fragen zur Zukunft auf. Klar werde ich GeoRate in der Zukunft so gut supporten wie es genutzt wird, es macht ja einfach Spaß wenn die Leute auch Spaß haben.
    Was die Verfügbarkeit angeht, bin ich natürlich auf den Provider angewiesen (der Vewalter/Admin ist übrigens interessanterweise auch Geocacher). Das Daten nicht manipuliert werden können habe ich im Rahmen des realisierbaren sichergestellt. Ich kann jedenfalls garantieren, dass mein Applet keinen Zugriff auf den Rechner der Nutzer und damit private Daten hat. Zusätzlich sind die Verbindungsskripte über Passworter geschützt. Ich weiß nicht ob gc.com da mehr Sicherheit zur Verfügung stellt.

    Darüberhinaus hab ich ja auch noch Zukunftspläne. Die mache ich allerdings natürlich auch klar von der Nutzung.

    Zum Thema ob gc.com das in Ordnung findet: Ich hoffe ja. Ich verstoße (und die Nutzer die es einsetzen) gegen keine Nutzungsbestimmung. Es wird nichts auf der gc.com Seite installiert oder manipuliert. Auch das war mir wichtig.

    Für weitere Fragen stehe ich selbstverständlich gern zur Verfügung. Ich habe auch extra auf http://www.georate.de ein Forum und eine ausführlichere Dokumentation hinterlegt.

    Würde mich freuen wenn GeoRate noch einige Anhänger in der Zukunft findet.

    Gruß

  2. Ist doch Mist! Java Applets auf Cachebeschreibungen ….. Totaler Blödsinn….

    Bei mir kommt bei deinem Cache ein Alert “Der Cache wurde bei GeoRate noch nicht gefunden. Rating Funktion steht nicht zur Verfügung” :-(

    Gruss Alex

  3. Oh, Danke fürs Testen… Scheint Mac nicht zu mögen… wie gesagt, ich seh da nix oder einen Fehler.

    Nunja – es ist eben ein Workaround… Da muss man Kompromisse machen. Aber vielleicht rafft sich ja geocaching.com noch auf, an einer ähnlichen Funktion zu schrauben.

  4. …hab eben erst den Georater-Kommentar aus der Moderation gefischt:

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Wie gesagt – ich habe noch meine Problemchen damit, weil meine Browser am Mac noch nicht damit umgehen wollen, obwohl Java eigentlich läuft und bisher auch noch keine Probleme gemacht hat… die aktuelle Version ist auch drauf.. Mh.

    Ich finds erstmal gut – mal schauen, wie es sich entwickelt. In jedem Fall danke für die Arbeit an diesem Projekt. Ich meine – ist ja alles Leidenschaft, nicht Broterwerb.

  5. Eigentlich eine tolle Sache, wenn sie in einer erweiterten Form direkt bei GC.com eingebunden wäre und nicht über ein Java-Applet oder Greasemonkey-Skript eines engangierten Geocachers. Somit ist dies der x-te Versuch – meinen Testballon aus 2005 eingeschlossen – Caches mit einer externen Applikation zu bewerten. Meine Erfahrung ist, dass so ein System, wie es hier vorgestellt wurde, für mich kaum nutzbare Informationen liefern kann, weil

    a. nicht geprüft wird, ob der Bewerter überhaupt den Cache gefunden hat

    b. keine korrelierenden Daten berücksichtigt werden, die durchaus in Zusammenhang mit einer subjektiven Bewertung stehen. So spielt u.a. der Zeit- und Rudel-Faktor, die bisher preferierten Caches des Bewerters sowie die Besuchsfrequenz des Caches eine große Rolle. Eine stupide, hochfrequentierte Filmdose in der Hamburger Innenstadt wird nachweislich viele Besucher haben und demzufolge vermutlich auch viele Bewertungen erhalten und in der Auswertung nach oben rutschen, während ein knackiger Mystery oder Long-Distance-Multi in schöner Umgebung nur von wenigen Cachern besucht wird und kaum Bewertungen erhält.

    c. die “Beliebtheit” mit fünf Bewertungsschritten keine nennenswerte Aussagekraft besitzt, außer “Viel hilft viel!”.

    Hinzu kommt noch, dass ich das technische Konzept für nicht zukunftsträchtig halte. Das von Groundspeak eingesetzte HTML-Tidy filtert schon jetzt etliche Tags heraus und es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch eingebundene Java-Applets aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugelassen werden.

    Ansonsten finde ich den Ansatz recht charmant, Bewertungen zu automatisieren und auf Benutzerwertungen gänzlich zu verzichten. Man könnte anhand der Logtexte bestimmte Keywords parsen, die auf einen “guten” Cache Rückschlüsse zulassen. Lindolf hat so etwas ähnliches in seiner Sächsische Geocache-Statistik umgesetzt.

    P.S. Endlich darf ich auch mal schreiben, dass mir das Kommentarfenster etwas zu klein erscheint. ;-)

  6. Der Herr aba muss ein größeres bauen!

    aaaabbbaaa!!!!

  7. @andreas.
    herrlich ;-) ))))

  8. Moin GeoRater ,

    wie wäre es mit einem Link mit Waypointübergabe auf dein Bewertungssystem (ohne Applet). Ein Bewertungspasswort liegt im Cache als Abreissblock zum Mitnehmen. Die Idee finde ich gut, aber mit dem Applet mag ich mich nicht anfreunden..

    Gruss Alex

  9. Also. Ich habe nicht den Ansatz die Geocaching-Welt mit dem Tool zu missionieren. Deshalb ist das Thema, ob sich GeoRate jetzt “durchsetzt” oder nicht für mich nicht von oberster Bedeutung. Vielleicht für die Weiterentwicklung (Rating-Listen,regionale jährliche Auszeichnungen), aber so erst mal nicht.

    Der Cache-Owner hat ja übrigens selbst im Griff ob er für den Cache das Teil einsetzen will oder nicht.
    Und auch der Finder hats auch im Griff ob er eine Bewertung abgibt oder nicht. Also: Take it or leave it. Ganz nach Eurem Geschmack.

    Mir gings vielmehr darum, dass vielen Leuten, inkl mir, so was gefehlt hat. Ich habe GeoRate aus reiner Liebhaberei und Überzeugung gebaut und werde auch in kommenden Versionen Eure Vorschläge gern berücksichtigen. Ich bitte aber um Verständnis, dass man natürlich nicht sofort 120% Lösungen bieten kann.

    Zu 4-lagig Deluxe möchte ich ergänzen das ich bei Punkt b) nicht ganz folgen kann. Da der Durchschnittswert angezeigt wird, spielt Quanität der Besuche und Wertungen eben keine Rolle.
    2 mal 4 Punkte sind genauso gut wie 50 mal 4 Punkte. Der Durchschnitt bleibt 2 Punkte. Dennoch kann man direkt sehen, dass 50 oder 2 Leute beurteilt haben.

    Und denkt bitte daran. Es ist eben erst die erste Version. Euer Feedback kanns nur noch besser machen.

    Ansonsten nehme ich gern Probleme oder Anregungen auf der zugehörigen, werbefreien und nicht registrierungspflichtigen Webseite entgegen.

    Liebe Grüße
    GeoRate

  10. @GeoRate: In diesem Zusammenhang sprach ich ja auch von (fehlenden) korrelierenden Daten. Das bloße Abbilden eines Mittelwerts, der durch einfachen Klick die Beliebtheit dokumentieren soll, stellt sicher kein seriöses Qualitätskriterium für einen Cache dar, da es zu viele individuelle Parameter gibt, die einen Qualitätscache beschreiben.

    Interessant wären darüber hinaus auch Angaben zur durchschnittlichen Wegstrecke und Dauer, wobei letzterer Wert die Rudelgröße und TJ-Nutzung berücksichtigen sollte. Dieser Kollege hat übrigens auch etwas im Portfolio. ;-)

    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass ich den Wunsch nach der Bewertbarkeit eines Caches durchaus nachvollziehen kann und es grundsätzlich gut finde, dass sich jemand darüber Gedanken macht. Viel Spaß dabei!

  11. Ich habe ein paar Anregungen umgesetzt. Neben der subjektiven Beurteilung der Beliebtheit und den Feedback-Beurteilungen zu Schwierigkeit und Gelände gibt es jetzt zusätzlich die beiden Kategorien Umgebung und Originalität. Mit den beiden Kategorien gibt es zwei zusätzliche objektivere Kritierien.
    Zusätzlich hat der bewertende Nutzer jetzt die Möglichkeit sein Rating zurückzuziehen.
    Auch wird die Auswirkungen des Bewertens bzw Zurückziehens einer Bewertung auf das Gesamt-Rating sofort aktualisiert.
    Mehr Informationen gibts auf der Web-Seite.

    Gruß
    GeoRate

  12. das liegt weniger an Groundspeak als an den Tickets die erstellt wurden weil die betroffenen Caches mit JAVA-Meldungen kamen was viele nicht so gut fanden. Der Autor war der Auffassung da könne man mit leben, die User offensichtlich zum Teil nicht und Groundspeak hat jetzt eine Entscheidung getroffen… Vorher wurde bereits lange im grünen Forum diskutiert und es hätte nur keine Meldung bei denen gäben sollen die es nicht nutzen wollten und alles wäre erledigt gewesen…

  13. naja, bei vielen leuten (inklusive mir und dem sandmann) sind bei seiten, auf denen georate war, die browser gecrasht. das ist dann weniger fein.
    harmloser war dann die oftmals lange ladezeit fuer die seiten.

  14. Tschuldigung, dass ich hier tote Threads fleddere, aber ich will mal kurz Werbung für meine Bewertungslösung machen. Vielleicht gefällt’s ja jemandem.
    GCVote ist ein Greasemonkey-Skript, das ein Bewertungs-Control auf GC.com einblendet und die Bewertungen auf einem (kleinen) Server verwaltet. Ein paar Tausend Bewertungen sind schon drin.
    So sinnvoll wie eine echte Lösung von GroundSpeak ist das Teil natürlich nicht. Und es gibt keine Sicherheit oder Kontrollen. Es ging mir nur darum, die simple Idee umzusetzen und die Sache möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. In der Gegend um Bonn hat mir das Teil immerhin schon gute Empfehlungen geliefert.

  15. So ein Bewertungssystem bringt nur nichts, solange es nicht in der Plattform integriert ist. Einer externen Lösung wird *immer* die nötige Verbreitung und Akzeptanz fehlen.

  16. sorry für den verunstalteten Kommentar,

    hab da wohl vergessen einen Tag zu schließen :(

    Für alle Interessenten hier nochmal der Link:

    http://cachejudge.com

  17. @Carsten: Das ist *leider* richtig, aber bei genügend Resonanz, die durch besondere Features hoffentlich kommen wird, lässt sich das vielleicht ändern.

    Zwar bin ich mit im Projekt drin und daher vielleicht nicht ganz objektiv, aber ich denke schon, dass sich so ein Projekt auf jeden Fall ein paar Freunde machen wird, da man sich damit so einige *unnötige* Fahrten zu scheinbar guten Caches sparen kann…

  18. @BonnerGuido, chris: Und täglich grüßt das Murmeltier. Das wird so nichts, solange Groundspeak das nicht implementiert. Trotzdem danke für eure Coding-Bemühungen.

  19. @4lagig-deluxe: naja, die implementierung ist halt immer noch handarbeit :) vielleicht mag’s ja doch mal jemand ausproieren…

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