Stehend KO

25. Oktober 2007kommentarlosEiner von 59 Beiträgen von ivalo

(Spoiler entfernt)
Hier stehe ich, mitten auf einer Verkehrsinsel in Niederbayern. Die Summe der Entfernungsangaben auf den Schildern ergeben einen sehr deutlichen Hinweis, dass ich höchstens einige Zentimeter von einem Cache entfernt bin, der 161 km nach überall heißt. Ich tu ganz normal. Hey, ich stehe immer auf Verkehrsinseln an Straßenkreuzungen. Der Autoverkehr schlängelt sich an mir vorbei nach Passau und Straubing. Die haben ja genug mit dem Verkehr zu tun. Werden da wohl nicht auf so jemanden wie mich achten können. Ne-ne. Das Fahrrad lass ich aber noch vorbei. Ich sehe genau, wo der Cache versteckt sein muss. Und dass ich gut drankomme. Ich lehne mich jetzt total unauffällig über das vermutete Versteck. Tu ich immer so, wenn ich mich an dieser Straßenkreuzung mit wem verabredet habe. Und der nicht kommt. Ich sehe auf die Handyuhr. Kuck nich so blöd. Und vor allem geh jetzt weiter! Ich erspüre einen Takt im Strom der Automassen. Ampelphasenweise ist er mal mehr, mal weniger dicht. Es ergeben sich meist einige Sekunden, aus der aus den beiden Hauptrichtungen keine Autos kommen. Zwei Polizeiwagen von hinten, als ich gerade Hand anlegen will. Nächsten Ampeltakt abwarten. Und jetzt: hi-hi, das klappt. Aber ich mache ja nichts, ich lehne hier nur. Pulsschlag wie beim Marathon. Du Fahrradfahrer bist mir egal. Im nächsten Ampelphasentakt werfe ich einen Blick ins Versteck, das schaut nach Dose aus! Ich ziehe und halte in der Hand, was ich begehr. Ich steh hier immer und schreibe kleine Zettel voll, was kuckst Du? Sekunden werden zu Minuten, Raus ist irgendwie einfacher als rein. Bomben steckt man rein, man zieht sie nicht raus. Wo zwei Polizeiautos sind, da sind auch drei. Bundespolizei. Egal, Dose zugemacht und weg. Wie zufällig streift meine Hand zum Versteckt und läßt dabei die Dose verschwinden. Sitzt. Fest. Wackelt nur ein wenig. Besser als vorher. So, mich jetzt superauffällig ärgern, dass meine Verabredung nicht gekommen ist, hier an einer Strassenkreuzung in Niederbayern. Wer so muggelanfällig versteckt, der ist selber Schuld, wenn später jemand kommt und sucht, da wo der Mann was versteckt hat, der da stand, geradeebennoch. Aber der, der dann auch da sucht, der wird ja auch beobachtet und traut sich nicht zu suchen hinter dem Gummipfropfen. Ich jedenfalls nicht, ich bin nicht Schuld, ne, ne. Frech, frech das Versteck wird dann stehen im Log von dem Cache an der Straßenkreuzung in Plattling, Niederbayern.

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