Betonschiff Redentin – found!
Was war das für ein Sonntag: Seit Tagen Wochen haben wir den Ausflug zur “Lady”, wie ArDo so schön sagte, geplant. Denn eines war uns klar: Ohne die entsprechende Ausrüstung werden wir das nicht schaffen. Und Ausrüstung hieß in diesem Fall, sich um Boote, Seile, Kletterzeug und ausreichend Mut zu versorgen. Eines aber hatten wir: Unheimlich Lust auf diesen Cache.
Bis eines schönen Tages das Betonschiff auf meinem Neuer-Cache-Beobachtungs-Agent auftauchte, hatte ich nicht einmal die Ahnung davon, welch kleines Schätzchen sich nahe Wismar in der Bucht versteckt hielt. Redentin kannte ich – jedenfalls die Ortsschilder von den Durchfahrten von und nach Poel. Da selbst mit Google Earth das Schiffchen auszumachen war, stieg die Vorfreunde umso mehr.
Die Vorbereitungen waren nicht weiter schwer, als sich herausstellte, womit der Freundeskreis alles dienen konnte. Die Kontakte vom sandmann erwiesen sich als echte Glückstreffer, konnte man uns doch neben Paddelbooten, Strickleiter und Kletterseilen auch gleich noch mit kompetenten Paddlern und “Mitkommern” aushelfen
Welch Freude.
So ging es am Sonntag früh nach einem Fehlstart dann um kurz nach 9 Uhr los zum Aufladen des ersten Bootes. Anschließend fuhren wir mit TKB und dem zweiten Boot Richtung Ostsee. Von uns aus nur ein Katzensprung. Aber es ging nur langsam voran: Ab Tempo 80 machten Boot und Zurrgurte dermaßen Lärm, das ein Gespräch im Auto wenig aussichtsreich war. Und wir hatten viel zu erzählen.
Das Wetter war im übrigen schon zu der Zeit nicht besonders freundlich zu uns: Dunkle Wolken, viel Wind und ein bißchen Regen waren nicht das, was wir bestellt hatten. So sah es dann auch am Ort des Geschehens aus. Die Wellen der Ostsee waren zwar nicht so, daß wir uns nicht trauten. Aber ein wenig mulmig, glaube ich, war uns allen. Trotzdem: Deshalb (Zeigefinger Richtung Schiff) waren wir hier. Da (anderer Zeigefinger Richtung Schiff) wollten wir hin.
Abladen.
Gefühlte zwei Kilometer das Boot vom Parkplatz zum Steg tragen.
Zurück zum Parkplatz.
Gefühlte acht Kilometer das zweite Boot zum Steg tragen.
Pause.
Pause.
Pause.
Dann gings in die Boote. Fertig – Los. Gegenwind sorgte dafür, daß wir das Gefühl hatten, nicht einen Zentimeter vorwärts zu kommen. Doch dann endlich: Das Betonschiff Redentin. Ein unheimlicher Koloss – mitten in der Ostsee. Die derzeitigen Bewohner, wohl Kormorane sagt Herr sandmann, machten sich aus dem Staub und uns den Weg frei.
Der Aufstieg war zunächst ein kleines Problem, da meine Wurftechniken (ganz klar aufgrund der vorangegangenen Anstrengungen…) nicht ausreichten, um ein Seil aufs Schiff zu bekommen. Also kletterte Jonas erst auf die Schultern und dann auf die Hände von TKB, der im Wasser stand. Oben nahm der Jüngste das Seil entgegen und wir alten Herren (und junge Dame *g*) konnten das Schiff entern.
Auf Deck schauten wir uns erstmal um – eigenartige Stimmung. Und es stinkt. Nach Kormoran-Sch****e. Ziemlich.
Und dann die entscheidende Frage: Wo, zum Teufel, haben ArDo und St.D. das Teil hingetan? Orte, an denen wir “Never ever” riefen, gab es reichlich. Letztlich kristallisierte sich eine Stelle heraus. Aber ob der nicht ganz ungefährliche Abstieg wirklich zum gesuchten Ort führte, mußten wir zur Sicherheit mit dem Owner abklären. Dann war klar: Da runter (Zeigefinger nach unten). Nach kurzer Diskussion (“Ich nicht”, “Ich nicht”, “Ich schon gar nicht”) war TKB derjenige, der klettern durfte. Gott sei Dank hatten wir eine Strickleiter dabei. Ohne eine solche hätten wir selbst mit einem Seil DAS nicht getan.
Die Dose konnte sich vor TKB nicht länger verstecken. Gemeinsam wurde die Box dann geöffnet – zur Feier mit Prosecco aus der Dose. Nur, um dann festzustellen, dass wir nicht nur die Fotoapparate ALLE im Auto vergessen haben. Sondern auch den Tauschkram. Wie dämlich… ![]()
Egal: Der Weg zählte.
Zurück wars dann sehr easy: Durch meine sowas von geniale und total abgefahrene Idee, wie wir trotz Strickleiter diese sehr einfach und komfortabel ins Boot zurückbekommen, ohne das jemand von Board springen muß, war es natürlich für die anderen ein Kinderspiel.
(Huldigungen dafür bitte in die Kommentare.)
Der Rückzug dann in Kurzfassung:
Paddel rein.
Wind.
Wind.
Wind.
Steg.
Boote raus.
Gefühlte neun Kilometer mit Boot 1 zum Auto.
Zurück.
Gefühlte 39 Kilometer mit Boot 2 zum Auto.
Einpacken.
Essen.
Einpacken.
Trinken.
Einpacken.
Losfahren.
Müde.
Drecksachen in Waschmaschine.
Bett.
Im Ergebnis: Für uns ein SuperSonntag, der im Team so richtig Spaß gemacht hat, einige Erfahrungen brachte und die Bestätigung, daß Geocaching genau unser Ding ist.
Danke an die Owner für das feine Abenteuer.
Danke an TKB, Jonas, Christiane und sandmann für die schönen Stunden.
Danke an Arne W. für den Support.

Auch wenn Statistik hier völlig egal ist, möchte ich noch hinzufügen, dass dank einer kleinen Mogelei das Betonschiff meine Nummer 100 war.
(Die Mogelei besteht darin, dass ich zwei Caches, die zeitlich vor dem Betonschiff lagen, noch nicht geloggt habe. Moralisch aber fühle ich mich im Recht, denn Webcam- und Virtual Cache, die ich ja auch noch im Portfolio habe, kann man ja nicht wirklich mitzählen.)
Ich habe mir ja auch schon im Vorfeld wegen dieser zwei banalen Probleme den Kopf zerbrochen: Wie kommt man rauf, wenn noch keiner oben ist, um die Leiter zu befestigen? Und: Wie kommt man runter, ohne die Leiter oben zu lassen?
Die Antwort: Ein Kind, zwei Poller und eine tolle Idee. Aber die verrate ich genauso wenig wie der Herr aba. Nur Huldigung und Lobpreisung werde ihm deswegen zuteil. (Wer klettert oder öfter Betonschiffe besichtigt mag die Idee nahe liegend nennen, ich als Theoretiker nenne sie genial.)
Puh, das ist ja mal ein außergewöhnlicher und attraktiver Cache! Hier im Rhein werden aufgelaufene Schiffe leider gleich weggeschafft
…in der Ostsee ist halt ein bisschen mehr Platz.
Bei Ebbe kann man zu Fuß hinlaufen… ist nicht trocken dann, aber flach!
Lustiges Hobby habt ihr.
ebbe? in der ostsee? hm…
…naja ablandiger Wind und die paar Zentimeter Ebbe, die hier ankommen, können den Wasserstand schon etwas beeinflussen.
[...] und zeigt mir nach der Auswertung auf itsnotaboutthenumbers.com (Danke ksmichel), dass statt eines furiosen Abenteuers auf stürmischer See nur ein einfacher Straßenrand-Traditional die wahre Nummer 100 [...]
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!i!: @Rupa Naja “blödsinn verzapfen” ; find ich...
sandmann: Genau das wird im Podcast thematisiert.
Rupa: Selten habt Ihr so einen Blödsinn verzapft!...
TKKR: Fünf Mitte der Woche kam das Buch. Leider konnte ich...
Spike05de: Da fällt mir noch etwas zum Hock ein: Es kommt...
Ronni (Team Bashira): Ich bin ja beeindruckt, dass sich Bela...
Kirmesboxer: Moin, schöne Folge mit prima Atmosphäre. Solche...
Team76: Man hört euren Podcast, weil es Spaß macht und ihr...
Usinn: Schade, sowas wird mir wohl nicht passieren. Hier in...
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Usinn: Die Diskussion zu den Automarke war klasse! Audi A7,...
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Kathi: Also so ganz hatte ich den Sinn von dem QR-Aufkleb...
sandmann: Eine fantastische Geschichte! Danke!
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GeoArkon: hmmmm….. Dan muss ich mir was einfallen...
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Sauber gemacht, sehr professione...
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