Innenstadttour in Rostock

28. September 2007kommentarlosEiner von 576 Beiträgen von sandmann

ist, im Verhältnis zur Einwohnerzahl, nicht unbedingt mit Geocaches gesegnet. Mir scheint, da ginge noch Einiges. Am Wochenende haben Frau sandmann und ich und Freunde aus der Hansestadt ein paar Caches in der Innenstadt ausgesucht und gar trefflich gefunden.

Im Stadthafen begrüßte uns erstmal einen Armada von Kriegsschiffen aus aller Welt. Das kann ja heiter werden, dachten wir, jetzt müssen wir noch mit Matrosen ringen, um loggen zu dürfen. Aber die Krieger interessierten sich nicht die Bohne und nach einiger Zeit kurzweiliger Suche war die Sache dann auch gelaufen.

Gelaufen sind wir dann auch – zum Walltunnel. Erstaunlicherweise wars da recht muggelfrei – am Sonnabendnachmittag. Insofern konnten wir uns die Zeit nehmen, die wir brauchten, und unser Begleiter gelang der richtige Griff.

Blücher ist der erste Rostocker Innenstadtcache – dummerweise ist das Anfangsrätsel nicht eindeutig und so hatten wir am Final zwei Möglichkeiten. Die erste fiel dann aus, weil ein Dutzend Überwachungskameras darauf hinwiesen, dass hier kein vernünftiger Mensch einen Cache versteckt. Der Final lag in einer potentiellen Dreckecke – ein klarer Fall für Handschuhe, aber die hatten wir natürlich nicht dabei. (Das ist bereits ein Running Gag bei uns…) Mit ein bisschen Einsatz könnte man das hier durchaus appetitlicher gestalten – vielleicht erbarmt sich ja jemand…

Mit besonderer Freude hielten wir ein paar Minuten später an einem stählernen Segel unseren ersten Nanocache in den Händen. Sind die Dinger niedlich!

Ein bisschen Frust kam an der Westmole von Warnemünde auf. Sollte dort wirklich noch ein Cache sein, dann ist er seeeehr unzugänglich. Wers hier versuchen will, der sollte unbedingt so einen kleinen Greifer am Stiel dabei haben oder wenigstens einen stabilen Draht mit Haken dran. Aber selbst dann gehts nur nachts oder bei Sturm, denn sonst ist die Mole eine proppenvolle Flaniermeile. Es kann aber auch sein, dass wir nach Müll gestochert haben.

Nun mussten wir uns, aber insbesondere unserer Freunde, die an der Mole wirklich alles gegeben hatten, wieder etwas aufbauen. Die Bahnverladerampe taugte dazu. Das Versteck ist hübsch, ein altes, ungenutztes Bahngleis mit etwas robuster Technik, in der Nähe stehen Wohnmobile rum und die S-Bahn ist nur ein paar Schritt entfernt. Irgendwie scheinen die Rostocker einen Hang zu länglichen, kleinen Cachebehältern zu haben…

Für Freunde der Nostalgie kann ich nur empfehlen, nach der Suche die Broiler-Bar im Hotel Neptun zu besuchen. Hier ist noch fast alles original 70er-Stil und die Curry-Mayonaise zu den Pommes ist der Hammer. Näheres zum Hotel und seiner Geschichte weiß Wikipedia.

Am nächsten Morgen – die Sonne ging für mich gegen 11 Uhr auf – hatte ichs extrem schwer. Das mag an dem seltsamen Club vom Vorabend gelegen haben… Jedenfalls waren wir erst gegen 13.30 Uhr wieder auf Tour und griffen als erstes zur “Bridge over silent water” an der Warnow. Danach gings weiter zum Mühlendamm und als letzte Station des Tages bot sich ein Pumpenhaus ebenfalls nahe der Warnow an. Alle drei Caches könnten etwas mehr Liebe gebrauchen, am Mühlendamm liegt die Dose für meinen Geschmack viel zu offen da, am Pumpenhaus ist ein Mikro versteckt, obwohl hier ganze Schatzkisten Platz hätten und allein bei der Brücke würd ich sagen: Ok, den hätte ich wohl auch so installiert.

Vielleicht habe ich bei der Tour meine Rostocker Freunde soweit infiziert, dass sie fortan nicht nur auf die Suche gehen, sondern auch selbst tolle Verstecke erdenken. Sie kennen Rostock aus dem FF, sind Tüftler, Motorradfahrer und großartige Menschen – wenn das nicht die perfekte Kombination ist. Insofern freue ich mich schonmal auf den nächsten Besuch und eine weitere Runde in der Hansestadt.

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