Mystery-Multi: Meine kluge Frau

24. August 2007Ein KommentarEiner von 576 Beiträgen von sandmann

Schickt mir meine Frau neulich ne E-Mail: “Schau mal, das ist doch ganz in der Nähe.” Ich klicke den Link, und sehe einen Cache, ein - sogar, der, den Koordinaten nach, tatsächlich ganz hier in der Nähe sein muss. Und: Er ist noch ganz ohne Logeintrag.

Also rein damit ins Cacheverzeichnis meines PDAs und los. Das GPS sagt, die erste Station sei südlich meines jetzigen Standpunkts zu finden und nur 20 Meter entfernt. Nach knapp zehn Minuten Suche habe ich den Hinweis: “Mähe den Rasen zwischen folgenden Koordinaten. Miss die dabei zurückgelegte Strecke in Metern. Die Zahl sei A. Den Rasenmäher findest Du bei 53 38 usw..” Nach weiteren zehn Minuten hatte ich den Rasenmäher gefunden (geiles Versteck, muggelsicher… in einem Keller) und mähte los. Die Streckenauswertung ergab exakt 1.467,23 Meter. Jetzt noch schnell die dazugehörige Rechnerei und schon wusste ich, wo es weiter geht.

Ein Cache auf engstem Raum und trotzdem spannend, denke ich als ich vor dem Schuppen stehe. An der Unterseite der Schuppentür endlich entdecke ich ein Schild: “Begib Dich zu folgenden Koordinaten. Nimm alle Packen Altpapier mit und zähle die einzelnen Zeitungen in das dort vorhandene Objekt. Es ergibt sich die Zahl B.” Und wieder eine Rechenaufgabe.

Vor Ort finde ich einen Papiercontainer. Die Koordinaten passen genau – kein Zweifel. Also: Zeitungen gezählt. Ich komme auf 325. Ran an die Rechnerei, Koordinaten ins GPS und weiter gehts.

Etwas verloren stehe ich auf dem Parkplatz eines Baumarktes ganz in der Nähe. Die angegebenen Koordinaten zeigen auf das Gartencenter. Unter dem hintersten Brett eines Regals finde ich den Hinweis: “Kaufe drei Mal vierzig Liter Gartenerde und lass Dir den Kassenzettel geben. Errechne die Quersumme der aufgedruckten Baumarktkennzahl. Die Zahl sei C.” C multipliziere ich mit der Hausnummer des Baumarkts, daraus ergibt sich die Zahl für eine Peilung: 422 Meter in Richtung 276 Grad.

Praktischerweise steh ich nach erfolgreicher Peilung direkt am Gartentor meiner Schwiegermutter – von hier noch zehn Meter… Ich werfe erstmal die drei Säcke Gartenerde ab – die muss ich ja nun nicht immerzu mit mir rumschleppen. Obwohl… Für eine spätere Aufgabe brauche ich die vielleicht noch… Egal… Erstmal suchen…

Was für eine coole Idee, denke ich, als ich den nächsten Hinweis finde: Der ist ganz klein in die Scheibe der Gartenlaube geritzt. Jetzt ist die Laube inklusiver der Fenster sauber und ich staube bei jedem Schritt. Trotzdem. Aufatmen. Ich kann die Säcke hierlassen. Jetzt gehts direkt zum Final.

Die Koordinaten führen mich zu meinem Ausgangspunkt zurück. Vor Aufregung wende ich die Augen kaum noch vom GPS… An einer Mauer stoße ich mir den Schädel – noch zehn Meter… Kurz die Umgebung gescannt – eine Feuerleiter führt nach oben. Auf dem Dach aber ist vom erwarteten Final keine Spur – nicht nach einer Stunde, nicht nach 90 Minuten, mittlerweile bin ich richtig sauer… Ich will das Ding loggen, komme was wolle. Telefon raus. Ich bitte meine Frau, mir den Hint für den Final vorzulesen. Sie liest mit so einer ungewohnten Fröhlichkeit in der Stimme: “2. OG. Weich.” Manchmal hat man echt Tomaten auf den Augen.

Wir loggen gemeinsam.

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Ein Kommentar »

  • Schuppenschlafen - DOSENFISCHER.de . sagt:

    [...] Manchmal träume ich nachts unter den Brettern, die meine Zudecke sind, von den Zeiten, in denen die Liebste noch Lust hatte, sich kreativ mit meinen Macken auseinanderzusetzen. [...]

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